Das könnte durchaus interessant sein – leider sieht das Layout streckenweise aus, als hätten die Blogger auch diese Abteilung mal eben übernommen. Längere Texte wirken doch recht bleiwüstig, Headlines laufen durch Bilder – und da dabei dunkle Schrift auch mal auf dunkle Fotos trifft, wird das Lesen streckenweise mühsam. Dass News in dieser Ausgabe so gut wie keine Rolle spielen würden, war vor dem Experiment natürlich klar. Doch sie sind im wahrsten Sinne des Wortes arg an den Rand gedrängt – insbesondere die Wahl des neuen Bundespräsidenten kommt reichlich kurz, was natürlich auch den drei Wahlgängen und dem frühen Redaktionsschluss der Extra-Ausgabe geschuldet ist.

"Wir haben diskutiert, geschwitzt, uns einander angenähert - und am Ende ist tatsächlich eine Zeitung dabei herausgekommen. Eine Zeitung, die ganz anders ist als das, was wir jeden Tag produzieren“, schreibt der stellvertretende Chefredakteur der "Welt"-Gruppe, Frank Schmiechen im Beitrag 01. Stimmt. So ein Experiment zu wagen, ist natürlich auf jeden Fall mutig und lobenswert. Es ist nur zu befürchten, dass der Durchschnittsleser für Versuche dieser Art nur ein begrenztes Verständnis aufbringt. Oder, in den Worten von "Welt Kompakt“-Online Kommentator "WK-Abo“: "Sollte sich eine Ausgabe solcher Art wiederholen, werde ich mein Abo umgehend kündigen.“


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde