Die Kirche muss noch weitere offene Fragen klären. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, das ein erheblicher Teil christlicher und katholischer Bücher auch über Weltbild vertrieben wird, teilweise in großen Zahlen", sagt Bischof Zollitsch der Nachrichtenagentur. "Wir müssen die Frage beantworten, wie wir künftig ähnlich erfolgreich diese Literatur verbreiten können." Es müsse ein Vertriebsweg für die Zeit nach dem Verkauf des Weltbild-Verlags gefunden werden.

Der Augsburger Verlag ist im Oktober in die Kritik geraten, weil er im Internetangebot auch Erotik- und Esoterik-Literatur hat. Selbst Papst Benedikt XVI. hat sich Anfang November indirekt zur Debatte geäußert. Er mahnte, dass es an der Zeit sei, die "Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken". Die Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin. Weltbild zählt zu den größten Buchhändlern Deutschlands und ist unter anderem an den Filialen der Buchkette Hugendubel beteiligt.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.