Eckdaten zur MA 2017 Radio II :
Werbemedium Radio funkt auf hohem Niveau

Werktags erreicht Hörfunk 78,3 Prozent der Erwachsenen deutschlandweit. Das geht aus den Eckdaten der MA 2017 Radio II hervor - die nicht mehr 10- bis 13-Jährige auflistet.

Die Radionutzung bleibt auf hohem Niveau.
Die Radionutzung bleibt auf hohem Niveau.

Der Hörfunk bleibt in Deutschland trotz leichter Verluste sehr beliebt. Von Montag bis Freitag hört jeder über 14-Jährige täglich im Schnitt 192 Minuten Radio. Dies geht aus der neuen Media-Analyse (MA) hervor.

Bei der letzten Erhebung MA 2017 Radio I im März waren es 195 Minuten. Die Verweildauer beträgt aktuell mehr als vier Stunden (245 Minuten). Damit erreichen öffentlich-rechtliche und private Wellen an Werktagen 78,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung (März: 78,8 Prozent). 

Jan Isenbart, Vorstand Radio/Audio der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma), kommentiert die Zahlen so: "Radio zählt nach wie vor bei acht von zehn Personen als täglicher medialer Begleiter und wird somit der Definition und Relevanz eines Massenmediums mehr als gerecht." 

Was sich in der MA ändert

Für die Medien- und Werbewirtschaft wurden die Zahlen mit Hilfe von fast 70.000 Telefoninterviews ermittelt. Berücksichtigt wird dabei von der agma der Empfang mit UKW, DAB+ und Internet. In der MA 2017 Radio II geht es auch um die Festlegung der Werbepreise im kommenden Jahr. 

Die detaillierten Hörerzahlen für die einzelnen Sender werden am 11. Juli veröffentlicht. Als nächster Schritt folgt eine gemeinsame Veröffentlichung des Updates der Juli-MA und der MA 2017 Audio am 27. September. 

In der neuen MA ist allerdings nur noch die Bevölkerung ab 14 Jahre aufwärts befragt worden. Auf die Heranwachsenden im Alter von 10 bis 13 Jahren, die seit 2008 auf Forderungen vieler Sender hin ebenfalls Teil der Untersuchung waren, wird künftig verzichtet. Dies geht auf eine Selbstverpflichtung der agma zurück, die Kinder nicht mehr ansprechen will. 

In Bayern wissen die Sender dank FAB schon mehr

Unterdessen ist in Bayern im Rahmen der BLM-Lokalrundfunktage die Funkanalyse Bayern (FAB) vorgelegt worden. Demnach erreichen die bayerischen Lokalradio-Programme an einem durchschnittlichen Werktag 29,0 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Bayern und damit täglich 3,2 Millionen Hörer. Die höchste Tagesreichweite aller bayerischen Radioprogramme erzielt erneut Antenne Bayern mit 30,0 Prozent (3,3 Millionen Hörer).

Insgesamt hören 86,8 Prozent der bayerischen Bevölkerung ab 14 Jahren an einem durchschnittlichen Werktag Radio. Die durchschnittliche Hördauer liegt an Werktagen bei 238 Minuten. Und: 20 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Bayern haben inzwischen Zugang zu einem DAB+-Empfangsgerät. Digitalradio über DAB+ hören täglich 6,4 Prozent der Bevölkerung, Radioprogramme über Internet 4,3 Prozent.

Übrigens; Der Verzicht auf Volksmusik scheint Bayern 1 nicht geschadet zu haben. Der Münchner ARD-Sender gewann laut der Funkanalyse 2017 im Vergleich zum Vorjahr sogar noch Hörer hinzu. Den Sender schalteten an einem durchschnittlichen Werktag etwa 3,18 Millionen Menschen ein - ein Plus von 31.000 im Vergleich zum Vorjahr. Der BR hatte die Volksmusik im vergangenen Jahr aus dem Programm von Bayern 1 gestrichen - trotz zahlreicher Proteste.

Die TV-Sender im Freistaat

Auch TV wird von der FAB unter die Lupe genommen. Die bayerischen lokalen Fernsehprogramme erreichen an einem durchschnittlichen Werktag 870.000 Zuschauer. Davon empfangen 531.000 Zuschauer die Lokalprogramme über Kabel, 316.000 über Satellit und 22.000 über IPTV. Das bayernweite Fensterprogramm 17:30 Sat.1 Bayern, das an Werktagen von 17.30 bis 18.00 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt wird, kommt auf durchschnittlich 274.000 Zuschauer ab 14 Jahren.

Die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern 2017, für die im Auftrag der BLM und der bayerischen Anbieter von Kantar TNS Media Research rund 40.000 Personen ab 14 Jahren in Bayern befragt wurden, sind hier einsehbar.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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