Big Data bei Print :
Wie Zeitungsverlage ihre Daten besser nutzen können

Sie wollen, vermittelt der Verlegerverband BDZV. Sie können, wissen Berater wie Schickler, The Nunatak Group oder 1plusX.

Text: Petra Schwegler

03. Feb. 2017 - 1 Kommentar

Nutzer hinterlassen bei Publishern viele Daten. Die Verlage müssen diese aber besser auswerten.
Nutzer hinterlassen bei Publishern viele Daten. Die Verlage müssen diese aber besser auswerten.

Den Zeitungsverlegern ist offensichtlich bewusst, dass Social Distribution, Big Data und eine am digitalen ausgerichtete Organisation jetzt auf ihrer Agenda stehen müssen. Das ergab diese Woche eine Trendumfrage, die der Zeitungsverlegerverband BDZV zusammen mit der Unternehmensberatung Schickler zum dritten Mal veröffentlicht hat. 90 Verlage, die für knapp die Hälfte der Zeitungsauflage in Deutschland stehen, haben die Fragen beantwortet.

Klar ist mit dieser Analyse auch: Den Nachholbedarf, den Verlage bei der professionellen Nutzung der im Verlag vorhandenen Daten haben, möchten sie angehen. Zumal parallel dazu ein Thinktank der Performance-Marketing-Agentur MSO Digital und der Zeitungslobbyisten der ZMG mit 33 Entscheidern der Branche zutage förderte, dass die Blattmacher vor allem in Sachen Big Data nachsitzen müssen.

The Nunatak Group legt eine "datengetriebene Unternehmenskultur" nahe

Dass das Thema Datenstrategie in Deutschlands Verlagen noch nicht angekommen ist – das bemängelt auch Robert Jacobi, Managing Partner bei der digitalen Strategieberatung The Nunatak Group. Er sieht in der Praxis Handlungsbedarf in vier Bereichen:
- Datengewinnung 
- Aggregation der Daten 
- Aufbau eines technischen Setups 
- Monetarisierungsansätze

Robert Jacobi (Foto: The Nunatak Group).

Robert Jacobi (Foto: The Nunatak Group).

Jacobi zufolge bestimmen diverse strukturelle Faktoren, ob der Einstieg ins Daten-Zeitalter gelingt. Er empfiehlt unter anderem Knowhow-Aufbau im Management, das Installieren einer eigenen Data & Analytics-Unit oder auch eine "datengetriebene Unternehmenskultur".

1plusX macht aus Cookies "Nutzer mit einer soziodemographischen Beschreibung" 

Für Jürgen Galler, CEO der Predictive Marketing Platform 1plusX, geht es "im ersten Schritt darum, die geeigneten Systeme zu integrieren und zielgerichtet einzusetzen". Er führt ein Beispiel an: Nutzt ein Verlag einen Werbevermarkter, so bestehen oft in den entsprechenden Systemen bereits Informationen zu den Nutzern - von einzelnen probabilistischen Profilen bis hin zu gesamten Audience Segmenten.

Jürgen Galler (Foto: 1plusX).

Jürgen Galler (Foto: 1plusX).

Diese Daten "ausschließlich für die Steuerung der Werbung", aber nicht für weitere Analysen zu den konsumierten Inhalten oder den Upselling-Möglichkeiten für Premium-Inhalte heranzuziehen, hinterfragt der frühere Google-Manager. "Die Daten für Big Data sind da", betont Galler, der sich mit 1plusX vornimmt, aus Cookies "Nutzer mit einer soziodemographischen Beschreibung" zu machen.

Auch das Zeitschriftenlager knöpft sich Big Data vor

Auch Bayerns Zeitschriftenverleger überlegen derzeit, wie die Verlage ihre Internetstrategie formulieren und umsetzen können. Waltraut von Mengden, erste Vorsitzende ihres Verbands VZB, hält grundsätzlich fest:

"Die Digitalisierung verändert unsere gesamte Welt und erfasst alle Branchen. Die Menschen kommunizieren, konsumieren und informieren sich auf ganz neue Art und Weise und hinterlassen dabei ihre Daten. Dies birgt Risiken, aber auch große Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen. Zeitschriftenhäuser gestalten diesen Prozess aktiv mit, setzen auf Innovation im Print- und Onlinebereich und definieren dabei ihren verantwortungsvollen Umgang mit Informationen in einer digitalen Welt."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



1 Kommentar

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Anonymous User 3. Februar 2017

Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Verlage nichts aus ihren Offline-Abonnetendaten gemacht haben. Früher haben die diese doch auch schon an Adresshändler verkauft.

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