Streit um Wahlkampfauftritte :
Wird "Bild" von der Türkei verklagt?

Der türkische Wirtschaftsminister will nach kritischen Berichten über Wahlkampfauftritte gegen das Springer-Blatt "Bild" vorgehen.

Text: W&V Redaktion

Bringt dieser Artikel "Bild" vor den Richter?
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Im Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertreter in Deutschland hat Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci rechtliche Schritte gegen die Springer-Zeitung "Bild"- angekündigt. In einer vom Presseamt verschickten Mitteilung kritisierte Zeybekci einen "empörenden Angriff, den wir auf keinen Fall akzeptieren können".

Möglicherweise bezieht sich der Minister auf einen Bericht bei Bild.de, in dem er als "treuester Kettenhund" von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet wurde. Zeybekci sprach von "niveaulosen Beleidigungen", die gegen die ganze Türkei gerichtet seien. Daher würden "rechtliche Schritte gegen die betreffende Publikation eingeleitet und bis zum Schluss verfolgt". Der Artikel schade auch der Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei.

Wird "Bild" nun von der Türkei verklagt? "Wir werden uns öffentlich nicht dazu äußern", sagte Springer-Kommunikationschefin Edda Fels zu den Vorwürfen. "Aber wir werden das natürlich prüfen, wenn gegen Bild juristisch vorgegangen werden soll."

Zeybekci war am Sonntagabend in Köln aufgetreten. Erdogan hat Deutschland im Streit um Wahlkampfauftritte seiner Minister "Nazi-Praktiken" vorgeworfen. Am Dienstagabend wollte Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Hamburg sprechen.

W&V Online/dpa


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