Umsatzplus sogar bei Print :
"Zeit" legt in allen Bereichen zu

2016 wurden 7 Prozent mehr umgesetzt: Das Haus "Zeit" kann leichte Auflagenrückgänge bei Print mit digitalen Alternativen mehr als kompensieren, Werbung bei Zeit Online floriert. 

Text: Petra Schwegler

Das Haus "Zeit" kann die leichten Rückgänge bei der Printauflage mit digitalen Alternativen mehr als kompensieren.
Das Haus "Zeit" kann die leichten Rückgänge bei der Printauflage mit digitalen Alternativen mehr als kompensieren.

Sieben Prozent mehr Umsatz über alles meldet die Verlagsgruppe Zeit fürs vergangene Jahr. Sowohl die Vertriebserlöse wie auch der Anzeigenumsatz hätten mit Steigerungen von vier und fünf Prozent zu dem Umsatzplus auf 195,4 Millionen Euro beigetragen, teilt die Hamburger Gruppe rund um die Wochenzeitung "Die Zeit" am Donnerstag mit.

Entscheidende Wachstumstreiber sind demnach das Digitalgeschäft und Geschäftsfelder wie Veranstaltungen, Shops und publizistische Dienstleistungen. Rund 120 Millionen Euro hat das Flaggschiff "Die Zeit" zum Gruppenumsatz beigesteuert. Das ist ein Plus von einem Prozent, das im Wesentlichen auf eine zusätzliche Ausgabe im vergangenen Jahr zurückzuführen ist.

Während "Die Zeit" leicht an Auflage verliert, legt Zeit Online klar zu

Die verkaufte Auflage der "Zeit" allerdings ist laut IVW um 1,5 Prozent auf 504.000 Exemplare zurückgegangen. Zeit.de ist dagegen im Aufwind; im November 2016 haben mit 11,23 Millionen Unique Usern in der Zielgruppe 14+ (Agof, Digital Facts) so viele Menschen Zeit Online gelesen wie nie zuvor. Vor allem die mobilen Besucher nehmen zu. Und die Werbeerlöse von Zeit Online haben sich 2016 dem Verlag zufolge um 10,4 Prozent erhöht.

Auch beim Personal wächst "Die Zeit" gegen den allgemeinen Trend in der Verlagsbranche: Die Verlagsgruppe habe in den vergangenen zehn Jahren die Zahl ihrer Mitarbeiter von 374 auf 715 fast verdoppelt, heißt es. Angaben zum Gewinn macht das Haus um Geschäftsführer Rainer Esser indes nicht.

Die Digitalisierung im Haus und der Ausbau geht weiter: Aktuell rüstet die "Zeit"-Tochter Tempus Corporate auf und gründet einen eigenen redaktionellen Videobereich für Kunden, um neue Formen von Content-Marketing und Storytelling mit Bewegtbildformaten anzubieten. Auch für den Zeit-Verlag wird das Team arbeiten. Geleitet wird die neue Videoredaktion des Digital-Teams von Tempus Corporate von Robert Euting, der zuvor als Chefredakteur von Daimler Business TV und als Nachrichtenredakteur beim ZDF tätig war.