Gastbeitrag:
"Die On- und Offline-Welt verschmilzt"

Kunden unterscheiden nicht mehr zwischen On- und Offline. Für das Marketing bedeutet das: Umdenken und in variablen Content-Fragmenten denken, um die Customer Experience kanalübergreifend zu gestalten.

Text: W&V Leserautor

Amelie Timm, Director Marketing, Canto
Amelie Timm, Director Marketing, Canto

Je mehr Werbemöglichkeiten und -kanäle auf den Markt drängen, die versprechen, Kunden noch zielgenauer und individueller zu erreichen, umso besser muss Content vorbereitet werden. Zum Problem wird dies, wenn wie vor allem im Mittelstand oder bei B2B-Marken noch altes Silo-Denken herrscht. Werden beispielsweise Print- und Online-Kampagnen nicht ausreichend miteinander synchronisiert oder gar per Gießkannenprinzip verteilt, schaden derartige Markenbrüche dem Kundenerlebnis. Oft liegt es weniger an der eingesetzten Technologie, denn die Anzahl und Möglichkeiten der Marketingtools, die seit Jahren exponentiell steigen, sind mannigfaltig. Die Herausforderung ist oftmals auch organisatorischer Natur. Um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben und Marketingkampagnen zügig – manchmal sogar in Echtzeit – umsetzen zu können, ist ein einheitlicher Datenbestand unerlässlich, der mit entsprechendem Content das konsistente Auftreten der Marke sichert. Die Herausforderung besteht darin, diesen gleichermaßen einheitlich und flexibel anpassbar für die verschiedenen On- und Offline-Werbekanäle bereitzustellen.

Mit atomaren Content-Modulen zur einheitlichen Customer Experience

Es bietet sich an, Content in Form einzelner atomarer Module zu kreieren, um Kampagnen einheitlich für die einzelnen Kanäle zuzuschneiden. Solche Fragmente können sowohl Textbausteine als auch nur Überschriften, Bilddateien wie Logos, Grafiken und Fotos oder Video-Inhalte sein. Die Bausteine können dann für die einzelnen Kanäle, Werbearten und gleichfalls für unterschiedliche Geräte herangezogen, angepasst und verwendet werden. Für alle Akteure des Marketingteams in einem einheitlichen System zugänglich werden auch gleichzeitig organisatorische Silos minimiert. Fragmente werden so gebaut, dass sie kanalübergreifend funktionieren, zum Beispiel für Social Media, Printanzeigen, die organische Suche, Display-Anzeigen, Advertorials, etc. Der Inhalt wird somit nicht mehr isoliert erstellt, sondern als flexibler Baustein im Content-Marketing-Mix angewendet. Dabei sollten Marketer sich Fragen wie „In welchem Kontext ist der Empfänger an diesem Punkt der Customer Journey?” beantworten.

Tools verhelfen zu mehr Markenkonsistenz und geben Überblick

Technologisch unterstützen Content-Hubs Marketer dabei, den Überblick nicht zu verlieren sowie mehrere Funktionen und Werkzeuge smart miteinander zu verbinden. Durch intelligente Integrationen können CRM-Systeme, Grafiksoftware, Social-Media-Kanäle und weitere Enterprise Software wie ERP- und PIM-Systeme mit Inhalten gefüllt bzw. können diese zeitsparend weiterverarbeitet werden. Es gilt: Je tiefer ein Tool in den Kreativ-Workflow eines Unternehmens eingebunden ist, desto reibungsloser können Kreativprozesse vonstattengehen. Die Hinterlegung der einzelnen Content-Bausteine sichert das einheitliche Markenbild und bildet eine gute Basis für die konsistente Customer Experience, die On- und Offline-Welt verschmilzt. Da die Budgets gerade im Bereich der Online-Werbung von Jahr zu Jahr steigen, wird es umso wichtiger, Inhalte gezielter auszuspielen und diese so flexibel wie möglich vorzuhalten. Marketer können sich so mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und wieder den benötigten Fokus auf das Wichtigste in ihrer Arbeit legen – nämlich den Kunden.

Amelie Timm, Director Marketing, Canto


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W&V Leserautor

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