Luxusmarkt:
Mehr Umsatz bei Kreuzfahrten, Privatjets und Yachten

Eine Studie zeigt, wie sich der weltweite Luxusmarkt entwickelt hat. Vor allem die Generation Y sowie reisefreudige Chinesen treiben das Wachstum im Luxussegment voran. 

Text: Julia Gundelach

Auch die Anzahl der Luxuskäufer nimmt deutlich zu.
Auch die Anzahl der Luxuskäufer nimmt deutlich zu.

Der Luxusmarkt ist weiter im Aufwind: Der weltweite Umsatz mit hochwertiger Kleidung, Schuhen, Lederwaren, Parfüm und Schmuck soll dieses Jahr auf 281 Milliarden Euro zulegen, was einem Plus von 4 Prozent entspricht. Treiber der Entwicklung sind vor allem drei Faktoren: genuss- und reisefreudige Chinesen, selbstbewusste und anspruchsvolle junge Käufer sowie der anhaltende Onlineboom im Luxusbereich. Das sind die Ergebnisse des neuen "Worldwide Luxury Market Monitor" von Bain & Company

Auch der sogenannte "erweiterte Luxusmarkt", also Premium-Reisen, Autos, Lebensmittel etc. wächst 2019 um 4 Prozent - auf nunmehr
1,3 Billionen Euro. Überdurchschnittlich stark steigt dabei der Umsatz mit Kreuzfahrten (plus 9 Prozent), Autos (plus 7 Prozent), Gourmet-Lebensmitteln (plus 6 Prozent) und Privatjets sowie Yachten (plus 5 Prozent) zu. 

Bei den persönlichen Luxusgütern entwickelt sich besonders positiv das Geschäft mit Schuhen und Schmuck (jeweils plus 9 Prozent) sowie Lederwaren (plus 7 Prozent). Der Umsatz mit Uhren ging um 2 Prozent zurück. 

Insbesondere die chinesischen Kunden werden für die Luxusgüterbranche immer wichtiger. Die Umsätze im Reich der Mitte legen um 26 Prozent auf 30 Milliarden Euro zu. Damit steht China für 90 Prozent des globalen Wachstums bei persönlichen Luxusgütern. Europa verzeichnet mit einem neuerlichen Plus von 1 Prozent wieder einen leicht positiven Trend. Der Kontinent bleibt mit 88 Milliarden Euro 2019 der weltgrößte regionale Teilmarkt für Luxusgüter. Am besten schneiden Spanien und Großbritannien ab, etwas schwächer entwickelt sich der Konsum in Deutschland und Frankreich.

Gen Y als Treiber des Wachstums

Die Generationen Y (nach 1980 geboren) und Z (nach 1995 geboren) sorgen im Luxusgütermarkt weiter für Furore. Auf sie entfällt das gesamte globale Wachstum, dabei dominieren vor allem die jungen Konsumenten aus China und Südostasien. Im Jahr 2035 werden diese beiden Generationen bis zu 85 Prozent des gesamten Luxusmarktvolumens ausmachen. 

Auch der Onlinekanal gewinnt weiter an Bedeutung. In diesem Jahr ist der Internethandel mit Luxusgütern um 22 Prozent auf 33 Milliarden Euro gestiegen und kommt damit inzwischen auf einen Marktanteil von 12 Prozent. Online- und stationärer Handel beeinflussen sich zunehmend gegenseitig. In der Folge wird der physische Kanal kontinuierlich unterbrochen. 

Auch die soziale Verantwortung bleibt für Luxuskunden ein wichtiges Thema und umfasst mehr als Umweltschutz bei der Herstellung. 80 Prozent - allen voran die jungen Konsumenten - bevorzugen Marken, die sozial verantwortlich handeln. Und 60 Prozent sind der Meinung, dass sich die Luxusgüteranbieter stärker engagieren sollten als Unternehmen anderer Branchen. Dazu passt auch der zunehmende Stellenwert des Secondhand-Luxusmarkts. Dieses Segment erreicht 2019 ein Volumen von 26 Milliarden Euro und ermöglicht der Branche den Zugang zu jungen Kundengruppen. Uhren und Schmuck tragen hier 78 Prozent zum Gesamtumsatz bei, der Einkauf im stationären Handel kommt auf 70 Prozent, die Teilmärkte Europa und USA steuern 82 Prozent zu.

Die Zahl der Luxuskunden wird laut Bain-Studie bis 2025 weltweit voraussichtlich auf 450 Millionen ansteigen. Derzeit sind es 390 Millionen. Verantwortlich hierfür ist insbesondere die stark wachsende asiatische Mittelschicht. Auch das Einkaufsverhalten der jungen Konsumenten verändert sich. Die Nachfrage nach Einsteigerprodukten steigt, Individualität steht hoch im Kurs und die Zahl der Onlinekäufe nimmt deutlich zu.


Autor:

Julia Gundelach

ist im Specials-Team der W&V und schreibt daher jede Woche über ein neues spannendes Marketing-Thema. Dem Verlag ist sie schon lange treu – nämlich seit ihrem Praktikum bei media & marketing in 2002.


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