Voice-Marketing:
Studie: Zu wenig Vertrauen in Smart Speaker

Eine DMEXCO-Umfrage zeigt: Sprachsteuerung wird für das Marketing immer wichtiger. Trotzdem steht Voice noch am Anfang, denn es mangelt an Vertrauen.

Text: W&V Redaktion

Smart Speaker sind der Marketingtrend schlechthin. Aber sie stehen erst am Anfang.
Smart Speaker sind der Marketingtrend schlechthin. Aber sie stehen erst am Anfang.

Es ist eine beeindruckende Zahl: Knapp 100 Millionen smarte Lautsprecher wurden in den vergangenen zwölf Monaten weltweit verkauft, Sprachassistenten gehören in Smart Speakern und Smartphones zu den immer häufiger genutzten Anwendungen. Voice ist einer der Marketingtrends des Jahres schlechthin - darin sind sich alle einig. Aber: Im operativen Alltag spielt das Thema Voice bei vielen Marketingverantwortlichen noch eine untergeordnete Rolle, wie eine aktuelle DMEXCO Trendumfrage zeigt.

Vor allem die Sprachsuche ist die wichtigste Funktion für die Befragten, sowohl national (74 Prozent der Befragten), als auch international (65 Prozent). Danach folgt das Thema Smart Speaker (national 58 Prozent, international 50 Prozent). Im Alltag von Marketing-Entscheidern sieht es aber anders aus: So ist Voice Search nur für 36 Prozent der nationalen und 39 Prozent der internationalen Befragten derzeit tatsächlich operativ relevant. 71 Prozent der nationalen und 65 Prozent der internationalen Befragten gehen davon aus, dass Voice Search zukünftig eine völlig neue Aufbereitung der Inhalte benötigt. 

Smarte Lautsprecher werden primär zum Anhören von Musik über einen Streaming-Anbieter (national 42 Prozent, international 38 Prozent) sowie für Webradio oder Podcasts (national 36 Prozent, international 30 Prozent) genutzt. Das Suchen via Sprache oder das Bestellen von Produkten über Smart Speaker wird hingegen nur von 22 Prozent bzw. 6 Prozent der nationalen Umfrageteilnehmer angewendet. Auch international ist der Bestellvorgang via Voice mit 8 Prozent bisher noch nicht relevant. Voice Commerce stellt derzeit die am wenigsten genutzten Anwendung dar.

Erhebliche Schwachstelle

Auch wenn der Absatz der Geräte und die Nutzung der Sprachassistenten stark zunimmt, so haben die Smart Speaker eine erhebliche Schwachstelle, so die Umfrage: Sie werden von vielen als Eindringlinge im Wohnzimmer gesehen, die nicht sensibel genug mit den Daten und persönlichen Informationen der Nutzer umgehen. 63 Prozent der deutschen Befragten aus der DMEXCO Community geben an, dass sie den Anbietern von smarten Lautsprechern eher oder gar nicht vertrauen. International sind es immerhin die Hälfte der Befragten (50 Prozent).

Vor allem national gibt es Bedenken

Vor allem national gibt es Bedenken

Durchaus kritisch wird auch der Bereich Werbung und Kommunikation via Smart Speaker beurteilt. So geben 72 Prozent der nationalen und 66 Prozent der internationalen Teilnehmer an, dass sie mit Werbeeinspielern nur bei aktiv geäußerten Interesse einverstanden sind. 54 Prozent der nationalen Befragten wünschen sich im Gegenzug für Werbung kostenlose Inhalte (Musik, Podcasts etc.) und 60 Prozent der internationalen Umfrageteilnehmer wünschen sich eine smartere Verpackung von Werbung, beispielsweise durch native, redaktionsähnliche Formate.


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W&V Redaktion
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