Drone Racing League:
Drohnen und VR: Mit 120 Sachen durch die Halle

Drohnen galten mal als Spielzeug. Was mit ihnen aber auch geht: Spektakuläre Wettrennen veranstalten und als Sportevent inszenieren.

Text: Ralph-Bernhard Pfister

Drohnen, diese kleinen Plastikdinger mit vier Rotoren. Das wird von vielen als Spielzeug oder Nerdkram abgetan. Sie können aber auch Sportgeräte sein, mit denen sich Wettkämpfe austragen lassen. Die Drone Racing League inszeniert E-Sport der anderen Art:

In aufwendig gebauten Parcours fliegen Piloten Rennen mit Drohnen gegeneinander, rauschen mit bis zu 120 Stundenkilometern durch Hallen und Arenen. Gesteuert wird aus der Ich-Perspektive mit einer VR-Brille. Als würde man ein Spiel spielen - oder tatsächlich im Cockpit sitzen.

Spektakuläre Bilder liefert die Innenansicht auch:

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Gerade Gamern kommt diese Perspektive sehr bekannt vor. Und sie finden bei der League auch Futter für sich: Das Videospiel DRL High Voltage ist nicht einfach ein Entertainment-Ableger. Der Simulator dient neben der Bindung der Zielgruppe auch der Auswahl neuer Piloten. Wer es in die Liga schafft, darf in Rennen in verschiedenen Ländern gegen andere antreten.

Ausscheidungskämpfe, wie sie in Deutschland in München gefilmt werden, ziehen sich dann über ein Wochenende. Für jeden einzelnen Piloten hat die League dann 50 Drohnen dabei. Über den Daumen schrottet jeder übers Wochenende die Hälfte davon.

Drohnenpiloten während des Rennens

Drohnenpiloten während des Rennens

Was ein Gespräch mit den Köpfen hinter der Drone Racing League auch zeigt: Sie haben verstanden, dass es nicht nur um das geht, was die Drohnen technisch können müssen. Sondern auch um die Show, um die Inszenierung.

So sah es bei der Aufzeichnung in München aus:

Die von der League entworfenen Drohnen sind nicht nur schnell und stabil - sie haben auch eine schnittige Chassis-Form und LEDs, auf denen sich je nach Pilot Farbschemata anzeigen lassen. Das ganze muss eben auch nach Science Fiction und Star Wars Pod Race aussehen, wenn es begeistern soll.

Eine Drohne der DRL

Eine Drohne der DRL

Die Kernzielgruppe der Drone Racing League sind - wer hätte es gedacht - Männer zwischen 14 und 39. Das erklärt den guten Fit mit dem deutschen Partner 7Sports. Die Sportbusiness-Unit von ProSiebenSat.1 ist an der DRL beteiligt und hat die TV-Ausstrahlungsrechte für den deutschsprachigen Raum konzernintern an ProSieben Maxx vergeben. Dort erzielte die League im Schnitt 2 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. In der Kernzielgruppe (Männer zwischen 14 und 39) sind es 4,6 Prozent.

Zum Drohnencrashen passt der globale Sponsor: Allianz. Auch Marken wie Bud Light oder Swatch sind dabei. Neben ProSieben Maxx zählt auch ESPN zu den Medienpartnern. Der Sportsender zeigt die Rennen in den USA.

Siegerehrung beim Drohnenrennen

Siegerehrung beim Drohnenrennen

2017 wurde das erste Rennen in Deutschland gefilmt. Nächstes Jahr will 7Sports das ganze auch als Publikumsevent zugänglich machen, was aber noch ein paar Genehmigungen erfordert.


Autor:

Ralph Pfister
Ralph-Bernhard Pfister

Ralph Pfister ist Koordinator am Desk der W&V. Wenn er nicht gerade koordiniert, schreibt er hauptsächlich über digitales Marketing, digitale Themen und Branchen wie Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Sein Kaffeekonsum lässt sich nur in industriellen Mengen fassen. Für seine Bücher- und Comicbestände gilt das noch nicht ganz – aber er arbeitet dran.


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