Gen Z:
Snap: 5 Tipps für erfolgreiches Storytelling

Wer sich mit den Sehgewohnheiten der Jüngeren auseinandersetzt, merkt schnell, dass Mittelmaß keine Chance hat und das Bedürfnis nach Interaktion hoch ist. Mehr Insights von Snaps Content-Chefin Suzy Cox.

Text: W&V Gastautor

Verschiedene Medien sind auf Snap unterwegs.
Verschiedene Medien sind auf Snap unterwegs.

Für viele Medienhäuser, Show-Produzenten und Werbungtreibende ist er noch die große Unbekannte: der Discover-Bereich von Snapchat. Während sich schon deutsche Medien wie Spiegel, Bunte und Bild erfolgreich vor Ort tummeln, haben manche Verlage hierzulande noch Scheu davor, sich auf Storytelling für die Gen Z einzulassen.

Hält man sich aber vor Augen, dass in einigen Jahren die junge Generation die Mehrheit der Bevölkerung weltweit ausmachen wird, sollten alle, die Geschichten erzählen, künftig auch genau wissen, wie diese Generation von einer guten Story gefesselt wir

Auf dem Smartphone schaut es sich anders

Der wichtigste Ratschlag zuerst: Das Seherlebnis auf dem Telefon ist einfach komplett anders als auf Fernseher oder Monitor. Nehmen wir den Vergleich zum Monitor: Oft haben wir noch Tabs und Fenster nebenbei offen und schauen Videos im Querformat. In Snap Discover ist jedoch Vollbild Standard und die Schnitte sind vertikal. Man muss gänzlich anders schneiden und (nach)bearbeiten. Im Vergleich zum Fernsehen funktionieren Plattformen wie unsere viel reziproker - die Zuschauer*innen möchten in die Story eintauchen und mit ihr agieren.

Snapchatter und Gen Z sind besonders kreativ und authentisch

Stichwort mitgestalten: Snap öffnet sich mit der Kamera, weil wir dazu ermutigen wollen, dass die Leute kreativ sind und diese Kreativität mit Freunden teilen. Sie als Medienmacher*in oder Werber*in veröffentlichen Videos an einem Ort, an dem die Zuschauer*innen auch Kreative sind. Die Frage lautet also: Reicht das, was Sie mitbringen schon? Was können Sie von Ihrer Zielgruppe lernen?

Snapchatter*innen suchen eher nach Dingen, die sie noch nicht (woanders) gesehen haben. Das heißt, Ihre Aufgabe als Medienproduzent*in ist es, jede Story und jedes Format auf ihren Innovationscharakter zu überprüfen. Mittelmaß wird weggeklickt. Und dann müssen Sie Wege zum Interagieren schaffen. Die Gen Z sitzt nicht passiv da, sondern bewegt das Video selbst, zoomt ran, klickt sich durch, teilt Inhalte und holt Freund*innen dazu. All dies muss möglich sein.


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Stories sind schnell, aber die Aufmerksamkeitsspanne nicht kurz

Die Gen Z hat entgegen aller unfairen Vorurteile keine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Sie ist einfach nur unglaublich anspruchsvoll und weiß, was sie mag und was nicht. Ihre Sehgewohnheiten sind andere - ganz wertungsfrei betrachtet. Im TV oder Kino können Sie als Filmemacher*in lange, ausladende Eröffnungsszenen bringen, um Spannung für Zuschauer*innen aufzubauen.

Auf Snapchat müssen Sie direkt ins Geschehen einsteigen, die ersten Sekunden sind entscheidend über Top oder Flop - egal wie stolz Sie auf ein Intro sind. Nehmen wir das Beispiel Fußballhighlights: Statt den Siegesschuss in der Vorschau vom Anlauf starten zu lassen, würden Snapchatter*innen erwarten, dass die Story da einsteigt, wo es für sie spannend wird: Fuß trifft auf Ball, Treffer versenkt. Ebenso hat jedoch jede gute Episode einen "Wartezeit"-Moment - geben Sie den Leuten einen Grund, dranzubleiben. Stellen Sie sich das wie einen Soap-Opera-Cliffhanger vor - aber statt, dass es um Leben und Tod eines geliebten Darstellers geht, ist es vielleicht ein spannender Moment kurz vor einer dramatisch explodierenden Wassermelone. Ja, das geht wirklich.

Eine kuratierte Plattform hat andere Spielregeln

Was mir auch auffällt, ist, dass viele nicht wissen, dass wir eine kuratierte Plattform sind. Wir sind eher wählerisch bei den Partnern, mit denen wir zusammenarbeiten. Als Ergebnis ist Discover eine  sichere Umgebung - für Nutzer*innen und Marken gleichermaßen. Ein fachkundiges Redaktionsteam überprüft Content, besteht auf Inhaltsrichtlinien und setzt sich dafür ein, Altersfreigabe-Tools zu nutzen. All dies ist in Ihrem Sinne, braucht aber vielleicht etwas Eingewöhnung, bei der wir gerne helfen.

Wir unterstützen und teilen Best Practices, um sicherzustellen, dass Inhalte optimal rüberkommen. Inhaltlich sind Ihnen aber erst einmal keine Grenzen gesetzt: Ob Nachrichten, Sport, Nachhaltigkeitstipps, Krimi oder Drama - die Gen Z hat vielfältige Interessengebiete. Es kommt nur darauf an, wie man sie verpackt, bearbeitet und gestaltet.

In kleinen Kacheln steckt große Macht

Mein Tipp zum Schluss sieht kleinteilig aus, bewirkt aber in der Realität Großes. Unterschätzen Sie nicht die Macht Ihrer "Tiles" (also unserer Thumbnails) im Discover-Feed. Sie sind gelinde gesagt die wichtigste Marketingmöglichkeit für jeden Publisher. Hier braucht es eine Killer-Kombination aus schönem, aufregenden und actiongeladenen Bild und einer knackigen Überschrift. Stellen Sie sich das Ganze ein bisschen wie einen Zeitungskiosk vor. Die Kachel ist Ihr Titelbild. Sie brauchen also ein großartiges Cover-Motiv und eine*n gewiefte*n Texter*in.

Zu guter Letzt zwei Einschalttipps, die zeigen, wie es geht: Schauen Sie doch mal bei den Snap Originals "2 Sides" und "Dead of Night" rein. Beide Shows sind für mich das Beste, was es gerade bei uns im Bereich Storytelling gibt. Bei "2 Sides" ist jede Story eine Romanze, die aus der Sicht beider Protagonist*innen im Splitscreen erzählt wird. Wirklich jeder Millimeter des Bildschirms wird genutzt, um die Geschichte dazulegen - das ist moderne Erzählkunst. "Dead of Night" ist ein extrem immersives Zombie-Erlebnis. Das Telefon ist nicht nur Bildschirm, sondern zieht die Zuschauer*innen mit eingehenden Anrufen und Textnachrichten mitten ins Geschehen. Also nur etwas für starke Nerven ;)


Suzy Cox

Suzy Cox

Zur Autorin: Suzy Cox, preisgekrönte Multiplattform-Redakteurin, Journalistin, Expertin für Markeninhalte und Autorin von Jugendbüchern, weiß, worauf es beim Storytelling für Discover ankommt. Cox ist als Head of International Editorial die Content-Chefin bei Snap.



Autor: W&V Gastautor

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