Studie der Uni Hohenheim:
Kater nach WM-Debakel: Fußball-Interesse nimmt ab

Das Debakel der Nationalmannschaft bei der WM in Russland hinterlässt deutliche Spuren beim Fußball-Interesse der Deutschen: 35 Prozent verzichten ganz auf Live-Spiele.

Text: Markus Weber

Fans im Stadion: Die Fußball-WM hat Auswirkungen auf das allgemeine Interesse an Fußball-Wettbewerben.
Fans im Stadion: Die Fußball-WM hat Auswirkungen auf das allgemeine Interesse an Fußball-Wettbewerben.

Die Uni Hohenheim hat für ihre repräsentative Studie deutschlandweit 1000 Probanden befragt. Das Ergebnis: Das Interesse an internationalen und nationalen Fußball-Wettbewerben wie der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und dem DFB-Pokal hat nachgelassen.

Am stärksten betroffen sind die Spiele der Herren-Nationalmannschaft: Hier sank das Vorhaben, Spiele live zu verfolgen (im TV, im Stadion oder per Streamingdienst) von 47,3 Prozent auf nurmehr 27 Prozent. 35,4 Prozent gaben an, in der laufenden Saison keine Fußball-Wettbewerbe live zu verfolgen. Nur 34,4 Prozent planten, weiterhin Bundesliga-Spiele live anzuschauen.

Dabei ist hervorzuheben, dass die Daten vor dem Abstieg der Herren-Nationalmannschaft aus der UEFA Nations League und vor dem Ausscheiden der deutschen Teams aus der Champions League erhoben wurden. "Interessant ist insbesondere zu sehen, dass sich das Abschneiden bei einer Fußball-Weltmeisterschaft auch auf das Interesse anderer Fußball-Wettbewerbe auswirkt. Das wiederum unterstreicht die Wichtigkeit und den enormen Stellenwert von Fußball-Weltmeisterschaften", sagt Professor Markus Voeth, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing & Business Development an der Universität Hohenheim.

Knapp ein Drittel der Befragten beklagt eine "zunehmende Politisierung des Fußballs". 54 Prozent äußerten die Meinung, dass Politik und Fußball nicht zusammengehören. Hintergrund der Klage dürfte die Vermischung von Fußball und Politik während der WM in Russland gewesen sein.

Wenn sich die Befragten dazu entschlossen, Fußball-Wettbewerbe live zu verfolgen, dann entschieden sie sich sowohl bei der WM als auch bei der Fußball-Bundesliga für das Leitmedium Fernsehen. Von denjenigen, die einen Online-Streamingdienst abonniert hatten, entschied sich mehr als ein Viertel für den Streamingdienst von Sky (27,3 Prozent), gefolgt von Eurosport (12,8 Prozent) und Dazn (10,3 Prozent). Im Schnitt gaben sie dafür 11,57 Euro pro Monat aus.

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Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.


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