Apple Watch: Rätsel um das smarte Armband

Das Grundprinzip der Apple Watch ist seit dem Start der Schlau-Uhr 2014 weitgehend unverändert geblieben. An der Unterseite des Gehäuses sitzen diverse Sensoren, die mittlerweile auch ein medizinisch anerkanntes EKG liefern. Die austauschbaren Armbänder dienen als Mode-Accessoire, das beim Nutzer für Abwechslung sorgt – und bei Apple für sprudelnde Umsätze. Ein erst jetzt aufgetauchter Prototyp der Watch Series 3 aus dem Jahr 2017 zeigt aber, wo die Reise hingehen könnte. Er besitzt an der Schiene für die Armbänder mehrere Kontakte, wie es sie bisher bei der Apple Watch in Serie nicht gibt.

Diese Kontakte, die den Magnetanschlüssen am iPad ähneln, dürften smarte Armbänder unterstützen. Damit könnte Apple Sensoren von der Uhr ins Armband auslagern. Dort wäre mehr Platz, um am Handgelenk beispielsweise den Blutdruck oder den Insulinspiegel des Nutzers zu messen. Der bekannte Apple-Sammler Giulio Zompetti hat den Prototypen aufgestöbert und zeigt das Bild jetzt auf Twitter. Nachdem Apple demnach schon vor mehreren Jahren am smarten Armband gearbeitet hat, könnte das bedeuten, dass die Technik mittlerweile serienreif ist. Konkrete Gerüchte, dass die Watch Series 7 im kommenden Herbst mit Smartbändern erscheint, gibt es bisher aber nicht.

FIFA 22: Zu viele Leaks, Test abgebrochen

Die Duelle im Fußball werden hitziger – nicht nur bei der aktuell laufenden Europameisterschaft. Auch bei den Top-Fußballsimulationen FIFA und PES geht es hoch her. Der japanische PES-Hersteller Konami hat sich für sein im Herbst anstehendes "eFootball PES 2022" die Lizenzrechte weiterer italienischer Topklubs geangelt. Damit kicken laut GamePro künftig Juventus Turin, Lazio Rom, AS Rom, Atalanta Bergamo und ab nächstem Jahr auch der SSC Neapel exklusiv für die Japaner. FIFA besitzt zwar nach wie vor drastisch mehr Lizenzen. Aber wie schmerzlich die Offensive von Konami sein kann, mussten bereits "FIFA 21"-Zocker erfahren, die Cristiano Ronaldo nur noch im fiktiven Klub "Piemonte Calcio" steuern können, weil Juve exklusiv mit Konami verbandelt ist.

Auch den FC Bayern haben die Japaner im Portfolio. Durch den Lizenzdeal mit der Bundesliga ist der Rekordmeister aber auch in "FIFA 22" wieder vertreten, das im September oder Oktober erscheint. In den USA und Kanada lief bereits ein erster interner Betatest für den nächsten FIFA-Aufguss von Spieleriese Electronic Arts – der jetzt aber abgebrochen wurde, weil die erfahrenen FIFA-Zocker, die mitspielen durften, zu viele Geheimnisse ausgeplaudert haben. Das Logo und Menübilder landeten ebenso im Netz wie Infos zu neuen Pass-Mechaniken und zur geänderten Steuerung der Spieler. Der Twitch-Streamer @KingLangpard startete sogar eine Twitter-Umfrage: "Was soll ich Euch als Nächstes verraten? Taktik? Aufstellungen? Gameplay?" Schlecht für Electronic Arts: Seit dem vorzeitigen Stopp des Beta-Tests landen umso mehr Informationen zu FIFA 22 im Netz. Die offizielle Präsentation des Spiels wird für 22. Juli erwartet.

Der iPod ist wieder da – im Browser

Apples iPod war bei seinem Erscheinen 2001 eine Musik-Revolution. "1.000 Songs in Deiner Tasche" – so bewarb Apple den ersten wirklich erfolgreichen Musikplayer. Bahnbrechend waren nicht nur – die aus heutiger Sicht kargen – 5 GB Speicherplatz, sondern vor allem das von Designer Jonathan Ive und seinem Team ausgeheckte drehbare Rad zum Steuern des iPod und der Musikwiedergabe. So intuitiv und einfach ließ sich ein solches Gerät zuvor nie bedienen. Mit der Einstellung des iPod Classic im Herbst 2014 verschwand das Clickwheel aus dem Apple-Angebot. Heute gilt es als Kult – auch wenn es im Vergleich zu einem modernen Smartphone doch eher umständlich war.

Der Web-Entwickler Tanner Villarete aus Seattle bringt den iPod und sein Drehrädchen jetzt zurück – als liebevoll gemachte Web-Anwendung im Browser. Wer tannerv.com/ipod anklickt, sieht einen klassischen iPod und kann dann seine Musiksammlung aus Apple Music oder Spotify laden. Das funktioniert am Computer mit Pfeil- und Returntasten und am Smartphone oder Tablet wie früher mit dem Rädchen – ein bisschen langsamer als am Smartphone, dafür aber herrlich nostalgisch. Tanner Villarete plant laut t3n weitere Funktionen, sogar Spiele sollen möglich sein. Den Quellcode teilt er für Interessierte auf GitHub. Bei seinen weiteren Arbeiten sollte der Entwickler allerdings schnell sein. Denn Apple zieht solchen Projekten, die Copyright-kritisch sind, nur allzu gern den Stecker.

Rad los! Das legendäre Clickwheel des iPod feiert ein Comeback.

Rad los! Das legendäre Clickwheel des iPod feiert ein Comeback.

Neu von der NASA: Weltall-Waschmittel

Das wäre eine Frage für die "Sendung mit der Maus": "Wie waschen Raumfahrer eigentlich ihre Wäsche?" Die Antwort verblüfft und schockiert beinahe: Gar nicht. Beispielsweise die Besatzung der Raumstation ISS wäscht ihre Klamotten nie. Sie werden so lange getragen, bis sie nicht mehr gut riechen – und dann weggeworfen. Nachdem die Raumfahrer zur Aufrechterhaltung ihrer Muskulatur mehrere Stunden Sport am Tag treiben müssen, ist das ein alles andere als "dufter" Zustand. Nun hat die NASA die Nase voll vom Mief und handelt. Gemeinsam mit Konsumgüterriese Procter & Gamble hat die US-Raumfahrtbehörde das erste Waschmittel fürs Weltall entwickelt.

Der Ableger der weltweit meistverkauften Marke "Tide" (in Deutschland "Ariel") hat sogar ein eigenes Logo bekommen. Das Space-Ariel wird ab Dezember getestet. Es soll laut P&G alle Anforderungen erfüllen, die künftig auch für längere Mars-Missionen gestellt werden: "Wir haben ein vollständig abbaubares Waschmittel entwickelt, das speziell für den Einsatz im Weltraum konzipiert wurde, um Probleme mit Geruchsbildung, Sauberkeit und Fleckenentfernung zu lösen." Entscheidend sind dabei laut CNET minimaler Wassereinsatz und ein geschlossenes System, in dem das Wasser wiederverwendet werden kann. Die Erfindung war überfällig. Denn der Sprecher des Projekts, Ex-Astronaut Leland Melvin, beschreibt die bisherigen Waschgewohnheiten im All so: "Die durchgeschwitzten Kleider werden fast giftig. Sie entwickeln ein Eigenleben."

Frisch gewaschen, auch hinter den Ohren, präsentiert Kollege Michael Gronau aus Berlin am Montag an dieser Stelle wieder blitzsaubere, irdische und spannende Tech-News. Schönes Wochenende!

The Tide is high: Bald ist es auch im Weltall nicht nur sauber, sondern rein.

The Tide is high: Bald ist es auch im Weltall nicht nur sauber, sondern rein.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.