Amazon: Alexa ist jetzt ein Mann

Als Amazons Alexa 2013 erstmals die Fragen ihrer Nutzer nach dem Wetter von morgen und nach den neuesten Nachrichten beantwortete, schien noch klar, dass für solche Dienste eine SprachassistentIN zuständig sein muss. Acht Jahre lang umsorgte die virtuelle Sekretärin treu und ergeben die Amazon-Kundschaft. Doch damit ist nun Schluss. Denn die Zeiten haben sich geändert, und Alexa hat endlich auch eine männliche Stimme. Dadurch verwandelt sie sich nicht in Alexander – sondern in "Ziggy" (was mit Amazons Vorliebe für die Formel "Von A bis Z" zu tun hat). So lautet das Stichwort, mit dem Nutzer jetzt den männlichen Sprachassistenten zum Dienst antanzen lassen können. Die neue Option ist zunächst nur auf Englisch in den USA verfügbar, soll aber nach und nach auch weltweit starten.

Wie Ziggy klingt, ist hier in einer Sprechprobe zu hören. Wer von Alexa zu ihrem neuen Kollegen wechseln will, kann das in den Einstellungen seines Amazon-Geräts erledigen. Dort gibt es jetzt ein Auswahlmenü zwischen den Stimmen "Original" (Alexa) und "New" (Ziggy). Offenbar scheut Amazon davor zurück, die Stimmen explizit als "weiblich" und "männlich" zu bezeichnen. Die Sprachausgabe lässt sich laut The Verge auch mit dem Befehl "Change your voice" wechseln. Amazon ist damit der letzte große Softwareanbieter, der auch einen männlich klingenden Sprachassistenten anbietet. Apples Siri und Google mit seinem Assistant waren hier deutlich schneller und fortschrittlicher.

Die Original-Stimme von Alexa – oder ein männlicher Assistent? Amazon-Kunden haben jetzt die Wahl.

Die Original-Stimme von Alexa – oder ein männlicher Assistent? Amazon-Kunden haben jetzt die Wahl.

Warentest: Navis sind besser als Google Maps

Wer erinnert sich? Noch vor einigen Jahren baumelte in beinahe jedem Auto ein Navigationsgerät von TomTom oder Garmin an der Windschutzscheibe. Mittlerweile haben die meisten neuen Fahrzeuge ein Navi direkt im Cockpit eingebaut – oder die Fahrer navigieren mit Handy-Halterung, Smartphone und einer App wie Google Maps. Die klassischen Navigationsgeräte haben aber immer noch ihre Vorteile. Im Warentest haben sie jetzt sogar besser abgeschnitten als Navigations-Apps. Am besten in den Sommerurlaub 2021 bringt demnach Testsieger TomTom Go Discover 7 (290 Euro) seine Besitzer. Das Garmin DriveSmart 65 (210 Euro) kam zwar ebenfalls auf Gesamtnote 1,8. Bei der reinen Navigation hat das TomTom mit Note 1,7 die Nase im Vergleich zum Garmin (2,0) aber vorn. Dafür lässt sich das günstigere Garmin einfacher bedienen.

Generell sind die klassischen Saugnapf-Navis laut Warentest immer noch deutlich besser zu handhaben als Navi-Apps auf dem Smartphone – weil die Geräte mit ihren großen Bildschirmen ausschließlich für diesen Zweck entwickelt wurden. So kommt das Garmin DriveSmart 65 auf Bedien-Note 1,4, während TomTom Go Navigation als beste Navi-App für Android nur eine 2,6 schafft. Mit Gesamtnote 1,9 holt sich TomTom (Jahresabo 12,99 Euro) trotzdem den Sieg bei den Android-Apps, vor Google Maps (2,0) sowie den Programmen von Sygic, Waze und NNG. Auf dem iPhone liegt Google Maps mit 1,9 knapp vor Apples hauseigener Navi-App mit 2,0. Warentest-Lob: "Während sich die meisten Navi-Apps vor allem an Leute richten, die Auto fahren, und allenfalls noch Routen für Fahrräder oder Fußwege zeigen, finden Apple und Google auch Verbindungen mit Bus und Bahn. So lässt sich vergleichen, womit es am schnellsten geht." Mit Google Maps und Apple Maps können Nutzer also auch kostenlos exzellent navigieren. Sie müssen allerdings darauf achten, dass die beiden Programme – im Gegensatz zum klassischen Navi mit seinen Offline-Karten – ihre Daten immer erst vor Ort aus dem Netz streamen. Das belastet die Handy-Flatrate und kann, je nach Land, zu Extra-Kosten führen.

Testsieger und bester virtueller Beifahrer: TomTom Go Discover 7.

Testsieger und bester virtueller Beifahrer: TomTom Go Discover 7.

Ikea: Dieses Buch lädt Akkus auf

Die meisten Gadgets funktionieren heutzutage mit fest eingebauten Akkus - was aus ökologischer Sicht eher bedenklich ist. Es gibt aber nach wie vor jede Menge Geräte, die weiterhin auf klassische Batterien in den Formaten AA und AAA setzen. Hier sind wiederaufladbare Akkus eindeutig die bessere Wahl als normale Batterien. Leider sind die Ladegeräte für diese Formate meist eher hässlich und keine Zierde für den Schreibtisch. Ikea zeigt jetzt, wie es besser geht. Die Schweden verkaufen ab sofort für 14,99 Euro das Ladegerät Tjugo, das mit seinem graugrünen Umschlag auf den ersten Blick wie ein Taschenbuch aussieht. So schick wurden Akkus wohl noch nie geladen.

"Du benutzt noch häufig herkömmliche Batterien? Spare Geld und Abfall ein, indem du auf wiederaufladbare Produkte umsattelst! Dieses Ladegerät schaltet ab, wenn die Akkus geladen sind. Eine praktische Ablage ohne Überhitzungsgefahr", wirbt Ikea für sein neues Zubehör, dessen Namen einerseits nach "To Go" klingt, andererseits aber auch fast so schwedisch wie der Vorgänger Storhogen. Das Tjugo bietet Platz für acht AA- oder AAA-Akkus im beliebigen Größen-Mix. Die farblich zum Graugrün passenden Ladda-Akkus hat das Schwedenmöbelhaus ebenfalls im Angebot.

Entdecke die Lademöglichkeiten: Das neue "Akku-Buch" von Ikea.

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Jeff-Bezos-Rakete: Darum sieht sie so phallisch aus

Das Internet amüsiert sich immer noch köstlich über die, nun ja, phallische Form der Rakete "New Shepard", mit der Amazon-Milliardär Jeff Bezos am Mittwoch einen kurzen Abstecher ins All unternahm. Die Weltraum-begeisterte Futurezone aus Wien erklärt nun explizit und in klaren Worten die Form der Bezos-Rakete, die ja eher "Not safe for Work" ist: "Wieso sieht die Rakete von Jeff Bezos wie ein Penis aus?" Hintergrund ist die Aufteilung des Vehikels in zwei Teile, in den Booster, also die eigentliche Rakete mit Antrieb und Treibstoff, und in die darüber sitzende Kapsel für die Passagiere, die möglichst viel Platz und Komfort für Weltraum-Touristen bieten soll. Die Folgen formulieren die Österreicher so: "Der Penis-Look kommt zustande, weil die Kapsel einen größeren Durchmesser als der Booster hat. Die Kapsel wäre also die Eichel, der Booster der Schaft." Dazu kommt der Ring an der Spitze des Boosters, in dem sich die Steuerflügel befinden, und der das pikante Design noch verstärkt.

Das Aussehen dürfte den Ingenieuren von Bezos’ Weltraumfirma Blue Origin dabei völlig egal gewesen sein. Bei der Entwicklung galt die Maxime: "Das ist das, was die Mathematik sagt. Das ist die optimale Konfiguration. Also ist es das, was wir fliegen werden." Und warum sieht die SpaceX Falcon 9 von Weltraum-Erzrivale Elon Musk deutlich mehr nach klassischer Rakete aus? Auch dafür gibt es technische Ursachen. Die Falcon 9 muss im Gegensatz zu den 100 Kilometern Höhe der New Shepard rund 400 Kilometer hoch bis zur Raumstation ISS fliegen. Das erfordert einen wesentlich größeren und breiteren Booster. Außerdem will Musk im Gegensatz zu Bezos nicht mit möglichst vielen Passagieren Geld verdienen. Größere Rakete, kleinere Kapsel – und schon ist es vorbei mit dem Pimmel am Himmel.

Die Form der Bezos-Rakete ist „Not safe for Work“.

Die Form der Bezos-Rakete ist „Not safe for Work“.



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.