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Lediglich beim Thema Social Media bleiben die Deutschen, was den Datenschutz angeht, skeptisch

Besonders beeindruckend: Rund 66,8 Prozent, wären sogar bereit, sich als Betroffene(r) /Infizierte(r) namentlich in eine öffentliche Datenbank eintragen zu lassen, um Dritte zu warnen, die mit ihnen in Kontakt standen. Lediglich beim Thema Social Media bleiben die Deutschen skeptisch: Hier würden nur 39,9 Prozent ihre Profil-Daten freigeben.

Lisa Gradow, Co-Founder von Usercentrics: "Wenn Regierung und Behörden sich zur datengetriebenen Bekämpfung des Corona-Virus entschließen, muss die Einwilligung der Betroffenen sauber eingeholt werden. Aktuell wäre es unzulässig bspw. Handydaten von Erkrankten und insbesondere deren Bewegungsprofil ohne DSGVO-konforme Einwilligung zu tracken und zu analysieren. Mit einer Einwilligung, die freiwillig, informiert, explizit und spezifisch gegeben wird, wäre das aber möglich. Wichtig ist, dass der Betroffene aber trotzdem jederzeit die Möglichkeit haben muss, seine Einwilligung wieder zu widerrufen. Die Verwendung der Daten wäre beschränkt auf diesen einen Zweck und könnte nicht auf weitere Themen ausgeweitet werden. Es würde also nicht eine 'Büchse der Pandora' geöffnet werden."

Mischa Rürup, Founder und CEO von Usercentrics: "Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung den Ernst der Lage erkannt hat und einer Datenverwertung zum eigenen Schutz und dem Schutz Dritter zustimmt. Die Politik sollte sich dieser Rückendeckung bewusst werden und zügig digitale Maßnahmen einleiten, einen datengetriebenen Ansatz im Kampf gegen Corona und andere Infektionskrankheiten zu entwickeln. Die wissentliche und informierte Einwilligung des Betroffenen spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Das rettet letztlich Leben."

Zur Umfrage: Im März 2020 wurden in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage 1.020 Deutsche (506 Männer und 514 Frauen) im Alter von 18 bis 69 Jahren vom Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Usercentrics befragt. 20,2 Prozent der Befragten waren zwischen 18 bis 29 Jahre alt, 18,5 Prozent zwischen 30 bis 39, 20,2 Prozent zwischen 40 bis 49, 24 Prozent zwischen 50 bis 59 und 17,1 Prozent zwischen 60 bis 69 Jahre alt.

Die neuesten Entwicklungen zu den Auswirkungen der Coronakrise auf Marketing, Medien und Agenturen hier im Liveblog:



Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".