Denn was Schumacher gekonnt ignoriert, weil es seine Argumentationskette empfindlich stören würde, ist eine Veränderung innerhalb der Startup-Branche, nicht nur hier, sondern auch in den USA. Neben den Disruptoren, die traditionell im Silicon Valley herangezüchtet werden, gibt es immer mehr Startups, die weniger auf Disruption, sondern verstärkt auf Kooperation setzen und im Zusammenspiel mit etablierten Unternehmen wachsen wollen, weil sie für diese relevante Produkte entwickeln. Der daraus resultierende Impact ist nicht zu vernachlässigen, denn diese Startups fungieren als Innovationsmotor für die unterschiedlichsten Branchen. In Deutschland können wir das u.a. in Bielefeld bei der Founders Foundation, in Osnabrück beim Seedhouse oder in Hamburg beim next media accelerator bewundern. Denn die Zusammenarbeit von Startups mit etablierten Unternehmen funktioniert und schafft die vielgepriesenen Synergien. 

Vielleicht sollte Hajo Schumacher mal aus seiner Berlin-Mitte Blase ausbrechen und realisieren, dass sich die Startup-Szene stets weiterentwickelt und nichts dagegen spricht, dass er auch mal seine Vorurteile überprüft. Startups sind vielfältig, Startups sind weiter relevant und Startups sorgen für die dringend benötigten Innovationsschübe für die Wirtschaft in Deutschland. Und nein, wenn jetzt Delivery Hero Wirecard im DAX ersetzt, hat dies nichts mehr mit Startups zu tun.



W&V Redaktion
Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.