Gerade im Marketing schreitet die Digitalisierung massiv voran – das sehen wir speziell rund um Messebeteiligungen. "Mobile First" lautet das Gebot der Stunde. In zwei, drei Jahren dann vermutlich "Mobile Only". Bereits heute gewinnen spezifische Apps, beispielsweise für die temporäre Nutzung auf Messen, immer größere Bedeutung. Viele Besucher am Messeplatz Frankfurt nutzen Apps bereits intensiver als die klassischen Web-Angebote – Hallenplan und Ausstellerkataloge einfach im Smartphone dabei zu haben anstatt sie in Papierform zu schleppen ergibt schlichtweg mehr Sinn.

Technologien wie NFC oder iBeacon können die nächste Generation digitaler Angebote rund um Messen und Handel prägen, aber noch nicht 2015: Bisher ist da mehr Hype als Substanz – wie bei jeder neuen Technologie. Erst einmal müssen Hardware und Software ausreichend Verbreitung finden, aus den aktuellen Experimenten und Schnellschüssen müssen sich die richtigen, wert bringenden Produkte entwickeln. Trotzdem: Gerade iBeacons bieten innovative Möglichkeiten der One-to-one sowie One-to-many-Kommunikation, die das Matchmaking-Potenzial auf Messen weiter erhöhen werden. 

Wearables: Für den Alltag oder die Nische

Wearables wie Smart Watches, Google Glass & Co müssen in 2015 den Beweis antreten, ob sie zum Alltagsbestandsteil oder nur in Nischen erfolgreich sein können. Insbesondere gilt es, Wearables und Ambient Technologies mit kundenspezifischen Informationsangeboten wie intelligenten Werbeflächen oder Virtual Reality Anwendungen auf ihre Nutzbarkeit im Umfeld von Großveranstaltungen oder Messen hin zu überprüfen. Die infrastrukturellen Voraussetzungen sind mit Apps, LANs, Leitsystemen & Co auf Messen schon vorhanden.

Im Backend wird die Verbindung von Mobile und Big Data das Potenzial von Targeting-Technologien und Realtime-Advertising für die direkte kontextspezifische Kundenansprache bedeutend erhöhen. Social Media wird in noch stärkerem Maße in Alltagsanwendungen jeglicher Art integriert.

Digital Business in der Messewirtschaft

Dass die wachsende Bedeutung der Digitalisierung besonders in der Messewirtschaft anerkannt und ihre Umsetzung massiv vorangetrieben wird, wurde erst jüngst auf einem Symposium eines der weltweit wichtigsten Branchenverbände unterstrichen: Die EMECA hat eine "Digital Declaration" verfasst, in der sich die Mitglieder zur Transformation zum Digital Business verständigt haben - mit dem Ziel, einerseits Ausstellern und Besuchern zu Messen und darüber hinaus besser bedienen zu können, und andererseits um als Unternehmen effizienter zu werden. Damit wird die Digitale Transformation auch in der Messewirtschaft einen prominenten Platz auf der To-do-Liste des Jahres 2015 einnehmen. 



Autor: W&V Leserautor

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