Apple nimmt von Anbietern eine Abgabe von 30 Prozent bei Käufen innerhalb von Apps auf seinen iPhones und iPads. Das gilt seit der Einführung des App Stores 2008. Zuletzt regt sich aber immer mehr Widerstand dagegen. Ein Grund ist das exorbitant gestiegene Geschäftsvolumen: Beim Start des App Store sagte Apple-Gründer Steve Jobs noch, die Abgabe solle nur dazu dienen, die Kosten der Plattform zu decken. Mit dem Wachstum der App-Okönomie gehen Marktbeobachter davon aus, dass deutlich mehr als die Kosten übrig bleiben. Apple weist in seinen Geschäftszahlen die Einnahmen und Kosten des App Stores nicht gesondert aus.

Auf Android-Geräten nimmt Google ebenfalls 30 Prozent von Kaufpreis in seiner App-Plattform Play Store. Ein Unterschied ist allerdings, das man bei Android Apps grundsätzlich auch aus anderen Quellen laden kann. Unlängst wurden die Macher des populären Online-Spiels "Fortnite" zum Wortführer der Proteste gegen die Höhe der Abgabe. Die Entwicklerfirma Epic Games führte in den Mobil-Apps die Möglichkeit ein, virtuelle Artikel günstiger direkt bei ihr zu kaufen. Prompt wurde "Fortnite" aus Apples App-Plattform und aus Googles Play Store verbannt. Epic hatte Klagen gegen Apple und Google parat - und rief Nutzer zu Protesten auf. "Fortnite" hat nach Angaben von Epic mehr als 350 Millionen Nutzer weltweit. Wie viele von ihnen ausschließlich auf iPhones oder iPads spielen, wurde nicht bekannt.

Disney versucht unterdessen, den Zugang zu seinem neuen Film "Mulan" auf mobilen Geräten an der Abgabe vorbei zu verkaufen. US-Nutzer werden werden in der Streaming-App Disney+ aufgefordert, zum Erwerb eines Premium-Zugangs für knapp 30 Dollar die Website des Konzerns aufzusuchen. So muss der Unterhaltungsriese keine 30 Prozent vom Verkaufspreis abtreten.