Fingerspitzengefühl und ein wenig Übung erfordert die Steuerung. Zwar erschließt sich das Blättern innerhalb eines Artikels per Wischen nach oben und unten dank Richtungspfeilen sofort. Gleichzeitig lässt sich aber durch seitliches Wischen auch zwischen den Beiträgen wechseln – ein Feature, vom dem die User oft ungewollt und versehentlich Gebrauch machen. Der intuitive Fingerstreich "Zurück" führt dann nicht an die zuletzt gelesene Stelle, sondern zum Aufmacher des in der Seitenfolge vorangehenden Artikels.

Leserwunsch: Navigation mit rotem Faden
Viele Leser vermissen klar erkennbare Steuerungselemente, die sie durch das Angebot leiten. Die per Berührung am unteren Displayrand aufrufbaren Navigationsleisten werden häufig eher zufällig gefunden – manchen Usern blieben sie im Test sogar ganz verborgen. Der Fingertipp auf die Rubrik "Navigation" oder den "Inhaltsverzeichnis-Button" ruft jeweils eine bebilderte Übersicht auf: Die Aufmacher der Artikel werden als Thumbnails in der Seitenreihenfolge präsentiert. Ein Kritikpunkt der Benutzung: Wer gerade einen Artikel liest und auf diese Weise ein anderes Thema ansteuern möchte, findet das aktuell geöffnete Thema jeweils am Anfang der bebilderten Inhaltsübersicht. Konsequenter wäre es, den gerade gelesenen Artikel hervorgehoben und mittig in der Aufführung zu platzieren. So ließe sich deutlicher machen, an welcher Stelle im e-Magazin sich der Leser momentan befindet.

Wer die Rubrik "Inhalt" auf der unten eingeblendeten Navigationsleiste antippt, erreicht eine Übersichtsseite ausgewählter Top-Themen. Nicht wenige Leser interpretieren das Gesehene spontan als Inhaltsverzeichnis. Dass hier nur die Highlights der jeweiligen Ausgabe zum Stöbern einladen sollen, erschließt sich im Erstkontakt nicht – auch, wenn die Seitenüberschrift extra auf diese Aufbereitung hinweist. Vielmehr kommt das Gefühl auf, der Umfang an verfügbaren Themen und Artikeln stehe deutlich hinter der Printausgabe zurück.

Fazit
Das E-Magazin der "Frankfurter Rundschau" ermöglicht eine spannende, neue Art der Zeitungslektüre auf dem iPad. Um das Angebot jedoch genießen und vollends ausschöpfen zu können, ist für den User ein wenig Übung erforderlich: Die Navigation hat ihre Tücken. Idealerweise starten neue Leser im Querformat und lernen so die multimedialen Interaktionsmöglichkeiten kennen. Der elegante Wechsel in den Lesemodus per iPad-Dreh erlaubt die Konzentration auf das Wesentliche. Erfahrene iPad-User werden voll auf ihre Kosten kommen.

Die Steuerung erfordert Fingerspitzengefühl: Durch seitliches Wischen lässt sich zwischen den Beiträgen wechseln, was oft auch ungewollt geschieht – wie hier beim Blättern in der Bildstrecke. Der intuitive Fingerstreich "Zurück" führt den Nutzer nicht an die zuletzt gelesene Stelle, sondern zum Aufmacher des in der Seitenfolge vorangehenden Artikels, wie das Video zeigt:



Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.