Ein Beispiel: Vor der Bundestagswahl 2009 tauchte der Name Angela Merkel in Verbindung mit dem Tag "Yeah" auf. Das hatte aber weniger mit der uneingeschränkten Zustimmung für Merkel im Social Web zu tun, sondern hatte seinen Grund in einer Reihe von Flashmops, die die Politikwissenschaftler zum Grübeln brachte. Junge Menschen störten die Wahlkampfauftritte mit lauten "Yeah"-Rufen an unpassenden Stellen und äußerten so ihren Protest. Von der Verbindung der Begriffe "Angela Merkel" und "Yeah" konnte also nicht automatisch auf Zustimmung geschlossen werden.

"Eine sinnvolle Vorbereitung ist absolut notwendig", sagt Haas. "Wo will ich suchen, was will ich suchen und was will ich herausfinden". Auch sollte der Kunde differenzierter bei seinem Dienstleister nachfragen, ist sie überzeugt. "Wer fragt: 'Können Sie mir sagen, was im Netz über mich gesprochen wird‘, braucht sich nicht wundern, dann unseriöse Versprechungen zu bekommen."

Haas hat freilich ein Eigeninteresse daran, hartnäckige Wunschvorstellungen über das Webmonitoring auszutreiben. In ihrer Result GmbH wird die Web-Analyse ebenfalls durchgeführt, ist aber nur ein "kleinerer Bereich im Umfeld dessen, was wir erforschen.“



Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.