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YouTube-Creator:
So halten sich Influencer unliebsame Kritik vom Hals

Mit Hilfe der Funktion "Gesperrte Wörter" zensieren bekannte YouTube-Stars ihre eigenen Kommentarspalten. Politische Hetze stört sie dabei kaum. Kritik am eigenen Geschäftsmodell dafür umso mehr.

Text: Markus Weber

19. Februar 2020

Dagi Bee überlässt auf ihrem Channel wenig dem Zufall. Ihre Konkurrentin Bibi hält es nicht anders.
Dagi Bee überlässt auf ihrem Channel wenig dem Zufall. Ihre Konkurrentin Bibi hält es nicht anders.

Foto: DagiBee/Youtube-Screenshot

Vice hat bei 15 der bekanntesten YouTuber Deutschlands einen entsprechenden Test durchgeführt. Ergebnis: Die meisten nutzen die Funktion "Gesperrte Wörter", damit die Diskussionen in ihrem Channel nicht in eine ungewünschte Richtung gehen.

Am häufigsten gesperrt waren bei den Influencern die Wörter "Clickbait", "Fake", "geklaut", "Abzocke", "Schleichwerbung" und "Dislike". Vice folgert daraus, dass die YouTuber damit vor allem Kritik am eigenen Geschäftsmodell unterbinden wollen. Bei Dagi Bee steht das Wort "unauthentisch" auf der Blacklist, bei Bibi (Bibis Beauty Palace) das Wort "niveaulos". Weil beide Konkurrentinnen sind, haben sie auch den Namen der jeweils anderen gesperrt.

Begriffe wie "Nazi", "Linke", "Flüchtlinge", "sexistisch" oder "rassistisch" standen dagegen bei keinem der Getesteten auf dem (individuell festgelegten) Index.

Pikant an der YouTube-Funktion "Gesperrte Wörter" (Kommentareinstellungen) ist vor allem, dass der Nutzer davon nichts mitbekommt: Er selbst kann seinen Kommentar weiterhin sehen, alle anderen aber nicht.

Süffisant stellt Vice in dem Artikel fest, dass im vergangenen Jahr kaum eine Gruppe so laut gegen Uploadfilter protestiert hat wie die YouTuber. Ihr Argument damals: natürlich die Meinungsfreiheit.


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Autor: Markus Weber

Markus Weber ist seit 20 Jahren Mitglied der W&V-Redaktion. Als Nachrichtenchef ist er für die aktuellen Themen auf wuv.de zuständig. Darüber hinaus ist er innerhalb der Redaktion der Themenverantwortliche für "CRM & Data". Aufgewachsen ist Markus auf einem Bauernhof im Württembergischen Allgäu. Mit fünf Geschwistern.


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