Putin nutzt das antike Betriebssystem aus dem Jahr 2001 offenbar, weil XP die letzte Windows-Version ist, die für russische Behörden offiziell zugelassen wurde. Mittlerweile gilt in staatlichen Stellen ein offizielles Verbot für ausländische Software. Welche Sicherheitsmaßnahmen die Präsidenten-PCs schützen, ist nicht bekannt. Experten halten es für möglich, dass der Staatschef an seinen Rechnern gar nicht ins Internet geht, das er für ein Instrument der CIA hält. Langfristig will Russland die Computer-Infrastruktur des Landes auf die eigene Linux-Version "Astra" umstellen. Der einheimische Yandex-Browser soll dann Google Chrome und Firefox ersetzen.

Der verräterische blaue Balken unter dem Kreml-Foto zeigt es: Wladimir Putin ist XP-User.

Der verräterische blaue Balken unter dem Kreml-Foto zeigt es: Wladimir Putin ist XP-User.

Facebook OS statt Android

Nicht nur Russland will sich von Google verabschieden, sondern auch Facebook. Der Zuckerberg-Konzern will die Android-Varianten, die auf seiner eigenen Hardware laufen, mittelfristig durch ein eigenes Facebook OS ersetzen. Das berichten The Information und Android Authority. Das neue hauseigene Betriebssystem ist unter anderem für die smarten Portal-Bildschirme und für die VR-Brillen der Konzerntochter Oculus vorgesehen. Facebook soll aber auch an Sprachassistenten und an AR-Brillen arbeiten, die mit Gedankensteuerung funktionieren.

Mit der Neuentwicklung will sich Facebook aus der Abhängigkeit von Konkurrent Google befreien. Als einen der Architekten des neuen OS hat das Unternehmen Mark Lucovsky engagiert, der für Microsoft unter anderem Windows NT entwickelt hat. Vorbild von Facebook ist demnach das streng abgeschirmte Apple-Universum, bei dem Hard- und Software traditionell aus einer Hand kommen. Ob Kunden angesichts des zweifelhaften Rufs von Facebook eine solche Komplettlösung mit allen Gefahren in Sachen Datenschutz akzeptieren würden, hält Android Authority aber für sehr fraglich.

Bye bye, Google: Facebook entwickelt ein eigenes OS für Hardware wie die Portal-Lautsprecher.

Bye bye, Google: Facebook entwickelt ein eigenes OS für Hardware wie die Portal-Lautsprecher.

YouTube: Achtjähriger verdient am meisten

Kinderarbeit? Kein Problem auf YouTube! Der achtjährige Ryan Kaji aus Texas hat allein innerhalb der letzten Woche sieben aufwändig produzierte Videos veröffentlicht, die auf insgesamt 9,5 Millionen Aufrufe kommen. So wurde der Schüler auch 2019 zum weltweit bestverdienenden YouTuber. In der neuen Rangliste von Forbes liegt er mit 26 Millionen Dollar Einnahmen zwischen Juni 2018 und Juni 2019 wie schon im Vorjahr auf Platz eins. 2018 mussten sich der JungTuber und seine geschäftstüchtigen Eltern aber noch mit 22 Millionen Dollar begnügen.

Ryan Kaji ist mit Auspack-Videos von Spielzeug "groß" geworden. Mittlerweile sind auf seinem Kanal "Ryan's World" aber auch Wissensvideos zu sehen, zum Beispiel "Wie entsteht ein Tsunami?" oder "Wie züchte ich selbst Bakterien?". Produkte, mit denen er sich beschäftigt, erleben danach in aller Regel einen wahren Verkaufsboom. Mittlerweile gibt es in den USA Spielzeuge, Zahnbürsten und Zahncreme mit Ryan-Branding. Kinder sind ohnehin die wahren YouTube-Stars. Hinter den Spaß-Sportlern Dude Perfect, die auf 20 Millionen Dollar Jahresumsatz kamen, schaffte es mit Anastasia Radzinskaya ein fünfjähriges Mädchen aus Russland auf Platz drei. Sie wurde mit zerebralen Bewegungsstörungen geboren. Ihre meist pinkfarbenen Videos sind trotzdem so vergnügt, dass ihr Kanal "Like Nastya Vlog" mittlerweile auf 42,4 Millionen Abonnenten und 18 Millionen Dollar Jahresumsatz kommt.

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Nintendo PlayStation unter dem Hammer

Ab 27. Februar 2020 versteigert das Online-Auktionshaus Heritage Auctions ein Stück Videospiele-Geschichte. Unter den Hammer kommt eine Nintendo PlayStation, die von Anfang der 90er Jahre stammt. Nintendo hatte Sony damals beauftragt, ein CD-Laufwerk für seine SNES-Konsole zu entwickeln. Das Projekt scheiterte. Doch der angeblich letzte existierende Prototyp wird jetzt versteigert – voraussichtlich für eine Millionensumme. Damit könnte die historische Technik aus Japan zur teuersten Spielkonsole der Welt werden.

Der aktuelle Besitzer Terry Diebold hatte die Nintendo PlayStation selbst bei einer Ramsch-Auktion für geradezu lachhafte 75 Dollar ersteigert. Welche Bedeutung sein Fundstück hat, erfuhr er laut Engadget erst danach. Denn nur durch das Zerwürfnis zwischen Sony und Nintendo entstand die erste PlayStation, die 1994 auf den Markt kam, und die die gesamte Branche auf den Kopf stellte. Diebold tingelte in den letzten Jahren mit der funktionstüchtigen Konsole über zahlreiche Spielemessen, und lehnte bereits mehrere millionenschwere Kaufangebote ab.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.