Marketingchef Phil Schiller blickt in einer Pressemitteilung voraus: "Wir können es kaum erwarten, uns im Juni online mit der weltweiten Entwicklergemeinschaft zu treffen und mit ihr all die neuen Tools zu teilen, an denen wir gearbeitet haben." Auch die "Heim-WWDC" dürfte wie gewohnt mit einer Keynote beginnen, auf der CEO Tim Cook die nächsten Versionen von iOS, iPadOS, macOS, watchOS und tvOS vorstellt – und womöglich "One more thing" aus dem Hut zaubert. Zusätzlich zum gewohnten Programm veranstaltet Apple eine "Swift Student Challenge", bei der studentische Entwickler zeigen können und erfahren, was mit Apples Programmiersprache Swift alles möglich ist.

Kunterbunt und nerdig – so zeigt Apple seine Entwickler in der Ankündigung der "Heim-WWDC 2020".

Kunterbunt und nerdig – so zeigt Apple seine Entwickler in der Ankündigung der "Heim-WWDC 2020".

Zoom: Ab Samstag (noch?) sicherer

Unglaublich beliebt, unglaublich umstritten: Das Videochat-Programm Zoom hat in Home-Office-Zeiten zuletzt eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Für kommenden Samstag (9. Mai) verspricht das kalifornische Unternehmen eine weitere Aktualisierung, die Sicherheitsprobleme beheben soll. Zoom-Nutzer mit kostenlosen Konten brauchen dann generell ein Passwort, um an Videokonferenzen teilnehmen zu können.

Für Gratis-Kunden wird es zudem obligatorisch, dass sie zunächst in virtuellen Warteräumen landen, bis sie der Administrator in den Chat bittet. Nur Gastgeber können künftig das Teilen des Bildschirms starten. Und sie haben die Möglichkeit, Meeting-IDs nachträglich zu deaktivieren, um Missbrauch zu verhindern. Die Maßnahmen sollen das berüchtigte "Zoombombing" verhindern, bei dem Hacker sich mit Pornostreams oder anderen dubiosen Inhalten in Videochats einschalten – oft genug auch zum Schrecken von Lehrern, die mit ihren Schülern in Zoom Online-Unterricht abhalten.

Zoom? Aber sicher! Der US-Videochat verstärkt erneut seine Sicherheitsmaßnahmen.

Zoom? Aber sicher! Der US-Videochat verstärkt erneut seine Sicherheitsmaßnahmen.

Instagram: Konto von Mercedes-Benz gehackt

Wer am Dienstagabend den offiziellen deutschen Instagram-Account von Mercedes-Benz aufgerufen hat, konnte eine böse Überraschung erleben. Denn Hacker hatten das Konto übernommen und Botschaften wie "BMW ist eh viel besser" gepostet. Zudem riefen sie zu einer zweifelhaften Spendenaktion gegen den weltweiten Hunger auf, zu bezahlen mit Bitcoin. Und im Netz kursieren laut RND auch Screenshots, die eine Hakenkreuzflagge auf dem Mercedes-Account zeigen.

Der oder die Hacker waren unter dem Pseudonym "catz" aktiv. Motto: Ein Stern, der einen falschen Namen trägt. Auf einigen der Bildschirmfotos ist das Gesicht des umstrittenen deutschen Videostreamers MontanaBlack zu sehen, der bereits mehrfach durch rassistische Äußerungen und nicht ausreichend gekennzeichnete Werbung für Online-Casinos negativ aufgefallen ist. Ob er in Verbindung mit dem Hack steht, ist bisher unklar – jedenfalls erkundigte er sich umgehend auf Instagram nach einem Mercedes-VIP-Leasing. Konzernsprecher Jörg Höwe bestätigte den Vorfall gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten": "Der deutsche Mercedes-Benz Instagram-Account wurde am Dienstagabend gehackt. Der Hack wurde sofort bemerkt. Entsprechende Schritte wurden sofort eingeleitet." Derzeit ist der Account mit seinen 6,7 Millionen Abonnenten nicht erreichbar.

Twitter-Inhalte aktivieren

Ja, ich möchte Inhalte von Twitter angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Tschüss, Wunderlist – Hallo, Superlist!

2015 hatte der Berliner Entwickler Christian Reber seine To-Do-App "Wunderlist" an Microsoft verkauft. Doch statt das weltweit hochgelobte Programm weiterzuentwickeln und zu pflegen, fledderte der US-Konzern Wunderlist geradezu, und integrierte die besten Bestandteile in seine eigene Aufgaben-App "To do". Bereits Ende letzten Jahres hatte Reber Microsoft regelrecht angefleht, ihm die Rechte an Wunderlist zurück zu verkaufen. Auf diese Bitte ging Microsoft nicht ein – und nimmt Wunderlist heute endgültig vom Netz.

Nun reagiert Christian Reber – und kündigt einen eigenen Wunderlist-Nachfolger namens "Superlist" an, als mächtiges Produktivitäts-Tool für Privatnutzer, Teams und Unternehmen. Dafür will er bis zu 200.000 Euro investieren. "Ich habe wirklich versucht, es nicht zu tun, aber die Qualität bestehender To-Do-Apps ist nicht ausreichend", erklärte Reber gegenüber gruenderszene.de. Er hat in den vergangenen Wochen ein fünfköpfiges Team für die Entwicklung von Superlist zusammengestellt, und will nun eine Alternative zu Microsofts "To do" oder auch zu Slack schaffen. Interessenten können sich in einen Verteiler eintragen, um bereits vor dem geplanten Start 2021 regelmäßig alle Neuigkeiten rund um Superlist zu erfahren.

Listenreich: Wunderlist erhält mit Superlist einen neuen und aufgebohrten Nachfolger.

Listenreich: Wunderlist erhält mit Superlist einen neuen und aufgebohrten Nachfolger.


Autor:

Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.