Wer darf antworten? Twitter bietet eine neue Anti-Troll-Funktion.

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Apple macht Tempo: iPhone 12 wird 50 Prozent schneller

Das iPhone 12 soll nicht nur mit 5G und mit dem Retro-Design des iPhone 4 glänzen – sondern auch mit einem weiteren gewaltigen Tempo-Sprung. Nachdem bereits das aktuelle iPhone 11 die Android-Konkurrenz in allen Messungen abhängt, läuft das im Herbst erwartete iPhone 12 laut Forbes bei Prozessorleistung und Grafik nochmals 40 Prozent bzw. 50 Prozent schneller. "Es wird den Rest der Industrie wegblasen", staunt Forbes. Grund für die enorme Steigerung ist die Umstellung der Produktion von Apples neuem A14-Prozessor vom 7-nm- auf ein 5-nm-Verfahren. Dadurch passen rund 75 Prozent mehr Transistoren auf den Prozessor.

Das sorgt für mehr Tempo und weniger Stromverbrauch. Deshalb soll das iPhone 12 auch mit einem kleineren Akku auskommen. Im Alltag dürften Nutzer zunächst relativ wenig von dem Temposchub mitbekommen. Der A14 bietet damit aber so viele Leistungsreserven, dass Apple das iPhone 12 noch länger als bisher mit frischen iOS-Versionen versorgen kann. So wird das Handy noch zukunftssicherer. Zudem braucht Apple die Mehrleistung, weil Varianten des A14 ab Ende 2020 auch in Mac-Computern laufen. So können die neuen Macs von Beginn an mehr Leistung bei weniger Stromverbrauch bieten als die aktuellen Intel-Rechner.

Im Dutzend williger: Das iPhone 12 soll mit einem Riesensprung in Sachen Tempo brillieren.

Im Dutzend williger: Das iPhone 12 soll mit einem Riesensprung in Sachen Tempo brillieren.

Biden-Vize Kamala Harris: Perfekt fürs Silicon Valley

Nach langem Zögern hat sich der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden entschieden: Die kalifornische Senatorin Kamala Harris zieht an seiner Seite in den Wahlkampf gegen Donald Trump – und würde bei einem Wahlsieg Vizepräsidentin werden. Falls Biden nach einer Amtsperiode wie erwartet in Rente geht, winkt Harris 2025 sogar die Präsidentschaft. Die US-Techfirmen sind von der Nominierung der 55-Jährigen Afroamerikanerin begeistert. "Kamala Harris ist die Kandidatin, die Joe Biden gebraucht hat, um das Silicon Valley für sich zu gewinnen", erklärt das Magazin Recode in einer höchst lesenswerten Geschichte. Denn Harris ist seit Langem bestens vernetzt mit Facebook, Apple oder Uber. Sie sieht die Macht der Tech-Giganten zwar durchaus kritisch – dürfte aber für überharte Maßnahmen oder gar für ein Zerlegen der Großkonzerne nicht zu haben sein.

Nun winkt Biden/Harris die demonstrative Unterstützung aus dem Valley – und dicke Spendengelder. So hat die Senatorin mit Facebooks Nummer 2 Sheryl Sandberg bei der Vermarktung von deren Buch zusammengearbeitet. Ihr Schwager Tony West arbeitet als Generalanwalt von Uber. Steve-Jobs-Witwe Laurene Powell Jobs ist bereits öffentlich mit Kamala Harris aufgetreten und twitterte jetzt: "Joe Biden hat eine großartige Wahl getroffen." Bleiben zwei Fragen: Ist Kamala Harris überhaupt bereit, Facebook, Google & Co. in die (dringend notwendigen) Schranken zu weisen? Und wie spricht man ihren Vornamen aus? Das erklären #KidsForKamala in einem Tweet zu ihrer Wahlkampagne 2016.

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Transparenz: Xiaomi bringt durchsichtigen Fernseher

Für übermäßige Transparenz ist China eigentlich nicht bekannt. Xiaomi will das jetzt zumindest in Sachen Fernseher ändern – mit dem garantiert spektakulärsten TV-Gerät des Jahres 2020. Der Xiaomi Mi TV LUX OLED Transparent Edition, der am 16. August für rund 6.200 Euro zunächst in China erscheint, ist durchsichtig wie eine Fensterscheibe. Der Transparenz-Trick funktioniert sowohl, wenn der Fernseher ausgeschaltet ist, als auch beim Fernsehen. Die Bilder, so Xiaomi, "schweben im Raum".

Im Alltag, vor einer Wand platziert, dürfte der 55 Zoll große Glasnost-Fernseher allerdings nicht ganz so spektakulär wirken wie auf den aufwändig inszenierten PR-Fotos oder in einem ersten YouTube-Video. Der Effekt, so Techradar, hängt vom Licht im Raum ab, von den Möbeln und vom Ort, an dem der Fernseher steht. Ideal ist eine Platzierung mitten im Zimmer. Vielleicht sorgen solche Geräte in den nächsten Jahren für eine ganz neue Aufteilung unserer Wohnzimmer. Über kurz oder lang dürften die Fensterscheiben-Fernseher von Xiaomi oder von anderen Firmen auch nach Deutschland kommen.

Durchblick aus China. Ob die Transparenz im Alltag auch so gut funktioniert, ist allerdings fraglich.

Durchblick aus China. Ob die Transparenz im Alltag auch so gut funktioniert, ist allerdings fraglich.

SPD-Talent Lilly Blaudszun: Aus bei Twitter

In den letzten ein, zwei Jahren hat das quirlige SPD-Talent Lilly Blaudszun aus Mecklenburg-Vorpommern in den sozialen Medien für viel Furore gesorgt. Die emsige Unterstützerin von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat vor allem bei Twitter und Instagram junge Follower angezogen. Der Spiegel und die Zeit widmeten der Jura-Studentin Geschichten. Und für den Bundestagswahlkampf 2021 galt die 19-Jährige als Geheimwaffe, um junge Wähler zu begeistern. Nun ist aber vorerst Schluss mit dem Influencen. Nach einem Streit um die SPD-Kanzlerkandidatur von Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat Blaudszun ihr Twitter-Konto mit rund 27.000 Followern dichtgemacht. Wer es aufruft, liest nur noch: "Dieser Account existiert nicht."

Blaudszun hatte auf Twitter die Kandidatur von Scholz begrüßt, und sich gegen die #Nolaf“-Kampagne vor allem aus linken Kreisen ausgesprochen. Weil sie Scholz auch gegen die Aktivistin Özge Şımözge verteidigte, wurden sogar – völlig unberechtigte – Rassismus-Vorwürfe laut. Lilly Blaudszun sorgte zuletzt allerdings mit mehreren umstrittenen Postings für Kritik. Zu einem bierseligen Foto von ihr und Scholz schrieb sie über den Zusammenhang von Prozenten und Promille. Und auf Instagram machte die Apple-Nutzerin reichlich plump bezahlte Werbung für einen Medion-Laptop: "Durch das Zusammenspiel aus Mobilität und wirklich guter Leistung, bringt es mich gerade jetzt im Online-Semester viel weiter. Gerade in meinem Studiengang ist es wichtig, immer und überall easy lernen zu können, you know." Die Twitter-Denkpause dürfte für sie gerade recht kommen, you know.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.