Russland: Das Putin-Internet ist bereit

Russlands Präsident Wladimir Putin hält das Internet bekanntlich für ein Propaganda-Instrument der CIA. Als Gegenmittel lässt er das Runet entwickeln – ein rein russisches Internet, das völlig unabhängig von den Strukturen des weltweiten Netzes funktioniert. Ein solches Russland-Netz soll im Krisenfall die Kommunikation innerhalb des größten Landes der Erde sichern. Es könnte aber auch dazu dienen, die Bevölkerung von globalen Informationsquellen und sozialen Netzwerken abzuschneiden, und die Meinungsfreiheit noch weiter zu unterdrücken. Nach Informationen der BBC wurden Teile des Runet nun erstmals im Livebetrieb erfolgreich getestet.

Professor Alan Woodward, Computer-Wissenschaftler an der University of Surrey, erklärt, wie ein solches abgeschottetes Netz funktioniert: "Man muss sich das wie ein gigantisches Intranet vorstellen, das an den Grenzen des Landes endet – ungefähr so, wie es auch große Firmen für ihre Mitarbeiter betreiben." Wie weit fortgeschritten die Entwicklung des Runet bereits ist, ist bisher noch unklar. Experten halten die technischen Herausforderungen, unter anderem mit der Entwicklung eines eigenen Systems für Nameserver, aber für extrem hoch. Die Bürger könnten so nicht einmal mit Proxy- und VPN-Diensten auf Inhalte aus dem Ausland zugreifen. Russland plant auch eine eigene Version der Wikipedia – mit Einträgen, die der offiziellen Politik der Regierung entsprechen.

Bald läuft ein eigenes russisches Internet auf dem XP-Computer von Präsident Wladimir Putin.

Bald läuft ein eigenes russisches Internet auf dem XP-Computer von Präsident Wladimir Putin.

2020 neu: Blauer Engel auch für Software

Der Blaue Engel für Waschmittel, Spielzeug oder Staubsauger – dieses Öko-Siegel ist seit seiner Einführung 1978 bundesweit bekannt. Ab 2020 können nun auch Computerprogramme die Umwelt-Kennzeichnung erhalten. Das gab das zuständige Umweltbundesamt auf dem 36. Chaos Communication Congress (36C3) in Leipzig bekannt. Hintergrund ist der enorm unterschiedliche Energieverbrauch von Softwareprodukten. Als Beispiele zeigte das Umweltbundesamt unter anderem die Daten von Textverarbeitungsprogrammen, die sich bei Stromverbrauch sowie bei der Auslastung von Prozessor und Arbeitsspeicher um ein Vielfaches unterscheiden.

So beansprucht eine gezeigte Textsoftware einen Prozessor nur zu 1,64 Prozent, während ein vergleichbares Programm auf 14,23 Prozent kommt. Solche ressourcenhungrige und mit Funktionen überfrachtete Software sorgt laut Umweltbundesamt dafür, dass sich Nutzer schneller als nötig neue Hardware zulegen müssen – mit allen negativen Konsequenzen für die Umwelt, wie dem Bedarf an seltenen Erden. Wie Heise berichtet, fordert das Umweltbundesamt schlankere Apps. Für den Blauen Software-Engel sollen Hersteller zudem nachweisen, dass ihre Programme auch noch auf einem fünf Jahre alten Referenzsystem laufen.

Immer mehr Funktionen steigern den Strombedarf von Textverarbeitungs-Software.

Immer mehr Funktionen steigern den Strombedarf von Textverarbeitungs-Software.

Das Gadget des Jahres 2019: Nintendo Switch Lite

Listen der besten Gadgets 2019 gibt es zuhauf. Aber was war denn nun tatsächlich DAS Technik-Spielzeug des Jahres, das Platz eins verdient hat? CNN entschied sich nun für eine Neuheit aus Japan, die auch in vielen anderen Rankings weit vorne lag – die Mini-Spielkonsole Nintendo Switch Lite. CNN schwärmt von seinem Gadget des Jahres: „Die Switch Lite führt uns zurück in eine einfachere Zeit, in der man Spiele unterwegs auf einem unkomplizierten, tragbaren Gerät spielen konnte. In einer Welt immer stärkerer Smartphones, die zahllose Funktionen bieten, ist es schön, ein Gerät zu haben, das ausschließlich für den Spielspaß gebaut wurde.“

Nintendo hat die Switch Lite erst im September auf den Markt gebracht – als vereinfachte und verkleinerte Variante seiner Erfolgskonsole Switch. Ohne abnehmbare Controller und ohne TV-Anschluss ist die Lite quasi der GameBoy des 21. Jahrhunderts. Aber gerade dieses simple Konzept macht offenbar den Charme der Bonsai-Konsole aus, die mit 200 Euro rund 100 Euro günstiger ist als die Standard-Switch. Laut Nintendo wurden die Switch und die Switch Lite allein in der Thanksgiving-Woche in den USA 830.000 mal verkauft – die erfolgreichste Woche seit dem Start der Switch im Frühjahr 2017.

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Tesla Cybertruck: Erstmals im Musikvideo

Im "Coolste Karren-Battle" ist US-Rapper Travis Scott zum Jahresende 2019 klar in Führung gegangen. Sein neues Video "Gang Gang", das seit dem Wochenende auf YouTube 5,5 Millionen Mal geklickt wurde, dreht sich ums angesagteste Auto, das derzeit (noch nicht) zu haben ist – den Tesla Cybertruck. Scott und seine Gang tänzeln in dem Clip lässig um den Elektro-Pickup herum, der damit erstmals überhaupt in einem Musikvideo zu sehen ist.

Tesla-Guru Elon Musk, der erst an Weihnachten beim Abhängen mit seinem Rap-Kumpel Travis Scott gesichtet wurde, hat sich dabei nicht lumpen lassen. Er stellte für das Video nicht nur einen Cybertruck zur Verfügung, sondern auch den Elektro-Quad Cyberquad und den dubiosen Not-A-Flamethrower Flammenwerfer seiner Zweitfirma Boring Company. Das Video schürt den Hype um den Cybertruck, der damit in aller Munde bleibt – obwohl Tesla praktisch kein Geld für klassische Werbung ausgibt.

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Autor:

Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.