Unternehmen wie Trivago und Lidl ermöglichen Mitarbeitern den Zugang zur psychologischen Online-Beratung. Was kann Instahelp hier leisten?

Viele Unternehmen haben erkannt, dass die mentale Gesundheit für ihre Mitarbeiter enorm wichtig ist. Es gibt Angebote für Sport und gute Ernährung, aber keine für den Erhalt psychischer und mentaler Gesundheit. Dabei liegen hier die großen Problemfelder. Burn-out, Konflikte mit Kollegen und Chefs, Mobbing.

Wie ist das Prozedere?

Menschen, die Beratung brauchen – ganz egal ob Endverbraucher oder Unternehmensmitarbeiter – gehen auf unsere Plattform Instahelp.me, sei es am PC oder über die App. Für die Mitarbeiter der Unternehmen, die unseren Service gebucht haben, gibt es einen einheitlichen Unternehmenscode. So kann niemand nachvollziehen, wer sich bei uns meldet. Dann kann man entweder einen Psychologen im Live-Gespräch in Anspruch nehmen oder wir unterstützen bei der Auswahl und man wählt das Perfect Match.

Das klingt ein bisschen nach Anbahnung.

Der Spezialist sollte ja möglichst gut zu dem Hilfesuchenden passen. Dazu werden Punkte wie das Spezialgebiet, die möglichen Beratungszeiten, ob man lieber mit einem Mann oder einer Frau sprechen würde, ob man aktive Handlungsempfehlungen oder einfach nur jemanden möchte, der hilft, die Gedanken zu ordnen.

Was ist der Unterschied zur analogen Beratung?

Man ist mit einem Klick in der Beratung. Wir garantieren, dass man innerhalb von 24 Stunden Hilfe erhält. Das ist ein großer Vorteil angesichts der langen Wartezeiten, die im regulären Praxiswesen derzeit gelten. Deshalb heißt es auch Instahelp – sofort und unmittelbar. Außerdem ist unser Angebot sehr niederschwellig. Es ist anonym und diskret. Das ist vor allem im betrieblichen Umfeld wichtig.

Wann haben Ihre Psychologen am meisten zu tun?

Der Großteil der Anfragen kommt zwischen 17 und 21 Uhr herein. Das ist genau die Zeit, in der viele Arbeitnehmer zu Hause sind und die Vorort-Praxen geschlossen haben. Inzwischen bieten wir auch einen Videocall oder einen Textchat an. Gerade Hilfesuchende, die von Schlaflosigkeit geplagt sind, können ihre Gedanken aufschreiben. Bereits in der Früh haben sie dann Antwort.

Wie sieht ein typisches Nutzerprofil aus?

Menschen, die in der Rushhour ihres Lebens stehen, die also mitten im Berufsleben sind und einen Familienhintergrund haben. Unsere größte Zielgruppe sind Männer zwischen 30 und 40 Jahren mit einem höheren Bildungsgrad. Gefolgt von Frauen in der gleichen Altersgruppe, die sehr auf ihre Gesundheit achten. Und natürlich digitalaffin sind. Im B2B-Bereich ist Burn-out ein sehr großes Thema, sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch wichtig: Resilienz ausbilden, um stressresistenter und gesünder zu leben

Psychologische Online-Beratung ist ein sensibles Thema. Wie garantieren Sie Verschwiegenheit?

Wir garantieren hundertprozentigen Datenschutz. Unsere Sicherungsmaßnahmen gehen weit über die Anforderungen der DSGVO hinaus. Außerdem gilt das Psychologengesetz und damit die Verschwiegenheitsverpflichtung.

Sie arbeiten mit rund 100 Psychologen zusammen. Wie sind diese qualifiziert?

Alle verfügen über ein sehr hohes universitäres Ausbildungsniveau und über mindestens vier Jahre Berufserfahrung, zudem sind sie in der Online-Beratung geschult. Außerdem haben wir einen wissenschaftlichen Beirat und arbeiten mit der Sigmund-Freud-Universität in Wien zusammen, die auch regelmäßig Supervisionen mit unseren Psychologen durchführt. Wir kümmern uns um die Qualitätssicherung und wollen die Frage abnehmen, wo man einen passenden Psychologen findet.

Gibt es auch Grenzen in der Beratung?

Wir arbeiten im präventiven Bereich. Und da sind Krankheiten wie Schizophrenie, die eine schwerwiegende Behandlung mit Medikamenten vorsehen, nicht möglich. Wir können allerdings den Kontakt zu klinischen Psychologen herstellen und Patienten während der Wartezeit zu einer Therapie stabilisieren.

Sie haben im vergangenen Jahr drei Millionen Euro eingesammelt. Was planen Sie damit?

In erster Linie geht es um die Awarenessbildung. Wir wollen aufzeigen, dass mentale Gesundheit genauso wichtig ist wie physische. Daher haben wir im deutschsprachigen Raum eine große TV-Kampagne gestartet. Unter dem Claim "Wie geht’s Dir?" läuft eine Testimonial-Kampagne mit echten Kunden. Seit Anfang des Jahres sind die Spots auch auf deutschen Bildschirmen zu sehen. Gleichzeitig investieren wir in die Convenience unseres Angebotes sowie in den Roll-out in weitere Länder.

Was ist Ihr mittelfristiges Ziel?

Wir sind die Firstmover im DACH-Raum und Marktführer in Österreich. Wir versuchen, das auch europaweit zu werden. Oder emotionaler gesagt: Wir wollen die Lebensqualität der Menschen verbessern.

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Lisa Priller-Gebhardt
Autor: Lisa Priller-Gebhardt

schreibt als Autorin überwiegend für W&V. Im Zentrum ihrer Berichterstattung steht die geschwätzigste aller Branchen, die der Medien. Nach der Ausbildung an der Burda Journalistenschule schrieb sie zunächst für Bunte und das Jugendmagazin der SZ, Jetzt. Am liebsten sind ihr Geschichten der Marke „heiß und fettig“.