Kürzlich hat Yahoo sein Yahoo Studio lanciert, ist das Ihr Konkurrenz-Umfeld?
Wir sehen uns da in einer völlig anderen Situation. Bei Yahoo geht es sehr viel stärker um Sonderwerbeformen, bei uns dagegen um völlig neue, viel breitere Inhalte. Zum zweiten geht unser Angebot über eine einzelne Plattform hinaus. Eine Kampagne kann über viele verschiedene Endgeräte, etwa die Xbox und mobile Geräte, laufen. Aber die beiden Häuser arbeiten ja beispielsweise im Bereich Suche sehr eng zusammen. Bei Bing ist Yahoo für die Anzeigenvermarktung verantwortlich.

Otto Time4Fashion ist ein Bewegtbild-Programm von einem Unternehmen, das man sowohl auf MSN als auch bei Yahoo sehen kann, ist das auch ein Beispiel der Zusammenarbeit?
Naja, Yahoo hat die Idee, die bei uns im Haus geboren wurde, übernommen und kopiert…

So eng ist die Zusammenarbeit dann also doch nicht. Wie gehen Sie bei Ihren Partnern mit Konkurrenzen um, wäre es etwa möglich, Specials für verschiedene Werbetreibende zu machen?
So etwas ist denkbar, wir reden etwa über Formen wie Gewinnspiele, die von einem oder mehreren Partnern gesponsert werden können oder von Digital Supplements mit eigenen Themen. Das kennt man ja aus dem Print-Bereich. Letztlich ist das immer eine Frage der Konzeption. Es gibt Themen, die Platz für mehrere Partner bieten, andere eher nicht. Was wir aber nicht machen werden, ist, den gleichen Inhalt für verschiedene Unternehmen anzubieten.

Welche Formate gibt es exklusiv für die Partner?
Es gibt Advertorials, Sponsoring und AFP, sogenannte Advertiser Funded Programming Lösungen. In Workshops entwickeln wir, was genau für einen Kunden das richtige ist. Der Austausch findet im Vorfeld zwischen dem Kunden, den beteiligten Agenturen, mir und den Microsoft-Vertriebspartnern vor Ort statt. Nach dem Brainstorming reift die Idee dann in vier bis sechs Wochen heran.

Wie lange dauert es danach, bis man die Idee online sieht?
Das hängt davon ab, was wir machen. Allgemein kann man aber sagen, dass wir im Schnitt etwa einen Monat mehr Zeit brauchen als bei einer Standard-Media-Kampagne. Das können zirka zwei Wochen mehr sein, aber auch bis zu einem Quartal. Wir setzen schließlich ausführliche Themen um. Ein weiterer Punkt sind die Strukturen, auf die man stößt. Wir haben etwa ein Projekt mit fünf externen Agenturen gehabt, da wird das Projektmanagement schon anspruchsvoll.


Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

Franziska Mozart berichtet seit vielen Jahren über die Marketing- und Medien-Branche. Die freie Journalistin beschäftigt sich am liebsten mit Nachhaltigkeit und Digitalisierung und am allerliebsten mit der Schnittstelle dieser beiden Bereiche. Für die W&V ist sie regelmäßig als Nachrichtenchefin tätig und betreut den Green CMO Award sowie den Deutschen Mediapreis betreut. Sie gilt als Expertin zum Thema Nachhaltigkeitsmarketing und ist Co-Autorin des Buches "Superpower Sustainable Marketing".