Einige der Teilnehmer widersprechen einzelnen Inhalten. Andere gehen sich mitunter hart an, beleidigen sich als "Untermensch" und auch als "Pavianbande". Auf Nachfrage des BR sagt Protschka: "Wenn sich Leute da intern was an den Kopf schmeißen, gehört das doch auch zur freiheitlich demokratischen Grundordnung dazu, dass man verschiedener Meinung ist." Zu den Umsturzfantasien könne er nichts sagen, denn er lese die Gruppe nicht mehr mit: "Die ist auf stumm geschaltet", so Protschka. Doch laut dem BR postete der Bundestagsabgeordnete im Jahr 2021 allerdings selbst dutzende Beiträge in dem Chat.

"In dieser Gruppe herrscht Meinungsfreiheit."

Zu Aussagen, dass Wahlen nichts bringen würden, sowie den Revolutionsgedanken, sagt Protschka dem BR: "Solche Sachen klären wir intern im Landesvorstand oder in den entsprechenden Gremien und mit Sicherheit nicht mit der Presse." Löschen könne er problematische Aussagen als Administrator nicht, da er nicht mitlese. Ein weiterer Administrator, der nach BR-Recherchen vereinzelt Inhalte in der Gruppe gelöscht hat, ist Johannes Huber, Bundestagsabgeordneter aus Freising. Er wollte sich auf BR-Anfrage nicht zu seiner Rolle und den Inhalten des Chats äußern. Im Chat schreibt Huber: "In dieser Gruppe herrscht Meinungsfreiheit."

Auch Landtagsabgeordnete Anne Cyron äußerte sich auf BR-Anfrage wohl nicht zu den Posts. Auch andere Mitglieder wie Georg Hock oder der Lindauer AfD-Politiker Rainer Rothfuß wollen keine Stellung beziehen. Andere wie der Bundestagsabgeordnete Peter Boehringer äußern sich umkonkret. Der BR hat außerdem heruasgefunden, dass Protschka unmittelbar nach dem Interview eine E-Mail an alle Mitglieder der Bayern-AfD schickte, in der er vor einer Kontaktaufnahme durch die Redaktion warnte und dazu aufrief, sich nicht zu äußern. 


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Autor: Marina Rößer

hat lange in einem Start-Up gearbeitet, selbst eines gegründet und schreibt für W&V derzeit als Digital Nomad von überall aus der Welt. Sie liebt alles Digitale, gestaltet, fotografiert und kocht aber auch gerne.