Ziel sei die Schaffung einer gewichtigen Stimme für die regionalen Verlage im nationalen Werbemarkt, heißt es. Der neue Vermarkter soll mit einem umfassenden Vermarktungsmandat für das nationale Geschäft aller angeschlossenen Verlage ausgestattet werden. Das Produktportfolio für Werbetreibende soll von Anfang an "crossmedial aufgestellt und kontinuierlich ausgebaut werden". Die Kombination aus maximaler Reichweite mit regionaler Aussteuerbarkeit und starken, etablierten Zeitungsmarken bezeichnet das Team als "im deutschen Werbemarkt bislang einzigartig".

Entwickelt wurde das Konzept von Vertretern der beteiligten Verlage, die auch bereits in Medienhaus Deutschland (MHD) und Nielsen Ballungsraum Zeitungen (NBRZ) organisiert sind. Die gemeinsame Erklärung zur Anbahnung des Gesellschaftervertrags war nun aus Sicht der Gründer "der erste wichtige Meilenstein". Das laufende operative Geschäft von MHD und NBRZ seien davon unberührt, heißt es, alle Verträge für das laufende und zukünftige Geschäftsjahr sollen uneingeschränkt ihre Gültigkeit behalten. Die bisherigen Produkte und Angebote hätten weiterhin Bestand. Herbert Dachs über den neuen Printvermarkter:

"Dass diese leistungsstarken Medienmarken sich zusammengefunden haben, um gemeinsam etwas Großes zu schaffen, ist ein deutliches Signal, auf das der Markt lange gewartet hat. Wir bieten auch allen anderen Regionalverlagen an, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Wir haben die einmalige Chance, den Werbemarkt nachhaltig zu verändern, wenn alle an einem Strang ziehen."

Eine stärkere Stimme für Print im Werbemarkt dürfte auch nötig sein: Wie die W&V kürzlich in ihrer Printausgabe berichtet hat, tun sich die Printhäuser im Werbemarkt zunehmend schwer – unter anderem wegen der sinkenden Reichweiten der Titel. In diesem Jahr geht die Gattung demnach von einem weiteren massiven Rückgang der Werbeerlöse aus, die weiteren Prognosen sind schlecht. Dass in den großen Regionalverlagen an einem stärkeren nationalen Auftreten im Werbemarkt gearbeitet wird, wird seit geraumer Zeit gemunkelt. Andere Gattungen wie Radio arbeiten seit Jahrzehnten zusätzlich mit einem nationalen Vermarktungsmandat. Auch die Mediabranche hat den Verlagen Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben.


Autor: Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.