Medienvertrauen:
Reuters Institute Digital News Report: Klassiker bleiben wichtige Nachrichtenquellen
Trotz Social Media, Newsfluencern und KI bleibt das Fernsehen eine der wichtigsten und vertrauenswürdigsten Nachrichtenquellen der Deutschen. Der Reuters Institute Digital News Report 2026 zeigt, wie sich der Nachrichtenkonsum verändert und welche Rolle etablierte Medienmarken in Zeiten wachsender Desinformationssorgen spielen.

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Während das allgemeine Nachrichtenvertrauen in Deutschland stabil bei 46 Prozent liegt, punkten etablierte TV-Marken mit Spitzenwerten bei der Glaubwürdigkeit. Das ist ein Ergebnis aus dem Reuters Institute Digital News Report 2026. Danach führt die Tagesschau das Ranking der vertrauenswürdigsten Nachrichtenmarken an, gefolgt von regionalen Tageszeitungen und ZDF heute.
Auch die Gruppe der jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) spricht den öffentlich-rechtlichen TV-Marken ein überdurchschnittlich hohes Vertrauen aus. In Zeiten, in denen die Sorge vor Falschmeldungen im Netz massiv zunimmt – laut Report macht sich fast die Hälfte der Online-Nutzer Sorgen, Fakten nicht mehr von Fake News unterscheiden zu können – bietet TV eine Orientierung, die soziale Medien nicht leisten können. Bei ihnen liegt das Vertrauen nur bei 13 Prozent.
Stabile Reichweiten in der Kernzielgruppe
Auch das Nutzungsverhalten im linearen Fernsehen hat sich stabilisiert. 59 Prozent der erwachsenen Onliner sehen mindestens einmal pro Woche eine linear ausgestrahlte Nachrichtensendung. Vor allem bei der Zielgruppe 55plus bleibt lineares TV die Nummer eins: 77 Prozent dieser Zielgruppe nutzen das Medium regelmäßig für Nachrichten. Für 60 Prozent ist das Fernsehen die wichtigste Nachrichtenquelle überhaupt.
Das Smartphone ist mit 68 Prozent das mit Abstand meistgenutzte Gerät für den Nachrichtenkonsum. Während das Internet insgesamt mit 44 Prozent als Hauptnachrichtenquelle knapp vor dem Fernsehen (41 Prozent) liegt, gewinnt der digitale Raum durch die Vielfalt an Zugängen. Dabei gibt es einen klaren Wunsch des Publikums nach Objektivität: Eine deutliche Mehrheit (64 Prozent) der Befragten bevorzugt Quellen, die keine bestimmte Meinung vertreten.
Nutzer, die den Einfluss des öffentlich-rechtlichen Rundfunks positiv bewerten, heben hervor, dass dieser qualitativ hochwertigen Journalismus produziert (59 %) und sicherstellt, dass jeder Zugang zu wichtigen Informationen hat (63 %).
Newsfluencer ersetzen klassischen Medien nicht
Ein neuer Fokus des Berichts liegt auf Newsfluencern. Diese erreichen zwar vor allem die Jüngeren - 30 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nutzen wöchentlich Inhalte von Influencern mit Nachrichtenbezug –, ersetzen klassische Medien aber nur selten. News Creator werden eher als unterhaltsamer wahrgenommen, erreichen aber nicht die Glaubwürdigkeitswerte traditioneller Marken.
Auch generative KI spielt im Nachrichtenalltag bisher nur eine Nebenrolle: Lediglich fünf Prozent der Onliner nutzen KI-Chatbots wöchentlich für Nachrichten. Wer sie nutzt, tut dies primär, um Themen zusammenfassen zu lassen oder Nachfragen zu stellen.