Weiterbildung:
KI nutzen reicht nicht mehr – warum Kompetenz jetzt zur Führungsaufgabe wird
Eine neue Studie zeigt massive Skill-Gaps und fehlende Zuständigkeiten. Erfolgreiche Unternehmen starten mit einem gemeinsamen Verständnis, benennen KI-Botschafter, qualifizieren Führungskräfte und etablieren KI-Manager, die Strategie, Umsetzung und Governance verbinden – als kontinuierlichen Prozess, nicht als Einmaltraining.

Foto: KI
Künstliche Intelligenz ist im Marketing angekommen. Das ist keine Prognose mehr, sondern Realität. Tools wie ChatGPT sind längst Teil des Alltags – oft selbstverständlich, manchmal beiläufig, selten strategisch. Genau darin liegt das Problem.
Denn während die Nutzung steigt, bleibt die Kompetenz vielerorts zurück. Die aktuelle Studie „KI – die Zukunft des Marketings 2026“ zeigt deutlich: Die meisten Unternehmen nutzen KI, aber nur wenige beherrschen sie wirklich. Über 40 Prozent der notwendigen Fähigkeiten fehlen, nur ein kleiner Teil der Teams gilt als ausreichend geschult. Das ist kein Randthema – das ist ein strukturelles Führungsproblem.
Wir verwechseln Nutzung mit Können
„ChatGPT können heißt noch lange nicht KI können.“ Dieser Satz aus der Studie trifft einen wunden Punkt. In vielen Marketingorganisationen wird KI eingesetzt, ohne dass klar ist, wer Verantwortung trägt, nach welchen Regeln gearbeitet wird und wie Qualität gesichert wird. Die Folge: Effizienzgewinne bleiben aus, Vertrauen sinkt, Risiken steigen.
Besonders sichtbar wird das beim Blick auf KI-Agenten – also Systeme, die nicht nur unterstützen, sondern eigenständig planen, entscheiden und handeln sollen. Sie gelten als nächste Effizienzstufe, doch kaum jemand fühlt sich bereit, Verantwortung zu übertragen. Nicht, weil Marketingverantwortliche technikfeindlich wären, sondern weil ihnen etwas Entscheidendes fehlt: Sicherheit.
Kompetenz ist kein Nice-to-have mehr
Spätestens hier wird klar: KI-Kompetenz ist kein optionales Skillset mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für Führungsfähigkeit. Wer Entscheidungen trifft, muss verstehen, wie KI zu Ergebnissen kommt. Wer Verantwortung trägt, muss Risiken einordnen können. Und wer Wettbewerbsvorteile sichern will, darf KI nicht dem Zufall überlassen.
Hinzu kommt ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird: Regulierung. Die EU-KI-Verordnung ist längst in Kraft, doch vielen ist nicht klar, was sie konkret bedeutet. Pflichtschulungen bleiben die Ausnahme. Das ist weniger ein Wissensproblem als ein Organisationsproblem – und damit erneut eine Führungsfrage.
Die gute Nachricht: Der Zeitpunkt ist ideal
So paradox es klingt: Genau jetzt ist der richtige Moment, um zu investieren.
Nicht, weil Unternehmen zu spät dran wären, sondern weil sich die Spielregeln gerade erst klar abzeichnen. KI ist verbreitet genug, um relevant zu sein – aber noch jung genug, um Strukturen bewusst zu gestalten.
Erfolgreiche Unternehmen gehen dabei nicht radikal, sondern systematisch vor. Sie schaffen zunächst eine gemeinsame Basis: ein einheitliches Verständnis von KI, ihren Möglichkeiten, Grenzen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Darauf aufbauend entwickeln sie gezielt Rollen: KI-Botschafter, die Wissen ins Team tragen, Führungskräfte, die KI souverän einordnen, und KI-Manager, die Strategie, Umsetzung und Governance zusammenführen.
Der entscheidende Punkt: Sie machen ihre eigenen Mitarbeitenden zu den Expert:innen – statt auf externe Lösungen oder kurzfristige Tool-Hypes zu setzen.
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KI ist kein Tool-Thema – sondern ein People-Thema
Die Diskussion über KI wird noch zu oft technisch geführt. Dabei zeigt die Studie sehr klar: Die größten Hürden liegen nicht in der Technologie, sondern in fehlender Orientierung, unklaren Zuständigkeiten und mangelnder Befähigung.
Wer KI heute richtig nutzen will, muss weniger über Tools sprechen – und mehr über Menschen. Über Lernen, Verantwortung und Führung. Unternehmen, die das erkennen, haben keinen Nachteil. Sie haben einen Vorsprung.
Was bedeutet das konkret für Marketingverantwortliche?
1. Mit einer gemeinsamen Basis starten
Alle Mitarbeitenden, die mit KI arbeiten, sollten ein einheitliches Grundverständnis haben – fachlich, rechtlich und organisatorisch.
2. Multiplikatoren aufbauen
Einzelne Mitarbeitende als KI-Botschafter ausbilden, die Wissen bündeln, weitergeben und Standards mitentwickeln.
3. Führungskräfte gezielt einbinden
KI verändert Entscheidungen – Führungskräfte brauchen Orientierung, nicht nur Tools.
4. Profis entwickeln statt einkaufen
KI-Manager im eigenen Unternehmen ausbilden, die Strategie, Umsetzung und Governance verbinden.
5. Weiterbildung als Prozess denken
Nicht als Einmalmaßnahme, sondern als kontinuierlichen Kompetenzaufbau.
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