Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Nach 6 Jahren Nullwachstum: So ändern sich die Marketing-Leitplanken

Die deutsche Wirtschaft wächst faktisch nicht mehr - und das seit sechs Jahren. Warum das für Markenstrategien 2026 besonders entscheidend ist, erklärt DIHK-Experte Jupp Zenzen im W&V-Webinar (on demand verfügbar)
Die deutsche Wirtschaftsleistung bzw. das BIP stagnieren seit sechs Jahren. Eine ungewöhnlich lange Schwächephase, so Wirtschaftsexperte Jupp Zenzen von der DIHK. Im W&V Webinar „Konjunkturbarometer 2026“ (on demand), redet Zenzen Klartext und skizziert die Folgen für Markenführung und Marketing.
Die deutsche Wirtschaftsleistung bzw. das BIP stagnieren seit sechs Jahren. Eine ungewöhnlich lange Schwächephase, so Wirtschaftsexperte Jupp Zenzen von der DIHK. Im W&V Webinar „Konjunkturbarometer 2026“ (on demand), redet Zenzen Klartext und skizziert die Folgen für Markenführung und Marketing.
© DIHK

„Seit sechs Jahren ist praktisch am Bruttoinlandsprodukt nichts passiert – so eine lange Phase ohne Bewegung kennen wir seit der Wiedervereinigung nicht.“ Mit dieser Analyse eröffnet Jupp Zenzen das W&V-Webinar „Konjunkturbarometer 2026“ (jetzt on demand verfügbar) und zeigt sofort, wie ungewöhnlich die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist.

Zenzen ist Referatsleiter Konjunktur, Wachstum und Unternehmensbefragungen bei der DIHK, der Dachorganisation der 79 Industrie- und Handelskammern. Mehrmals jährlich laufen dort umfangreiche Unternehmensbefragungen ein, die Zenzen und sein Team übergreifend auswerten.

Jupp Zenzen, DIHK © DIHK

Dadurch kennt er den Maschinenraum der deutschen Wirtschaft – die realen Pains, Erwartungen und strategischen Zwänge der Unternehmen – so gut wie kaum jemand sonst.

Im Webinar stellt sich Jupp Zenzen den Fragen von W&V-Chefredakteur Rolf Schröter. Organisiert und moderiert wird die Session von Christiane Treckmann aus der W&V-Redaktion.

Wie die aktuelle Lage auch das Marketing trifft

Im Mittelpunkt steht die Frage, warum klassische Wachstumslogiken im Moment kaum greifen – und welche wirtschaftlichen Leitplanken das Marketing 2026 bestimmen. Für Zenzen ist klar: Der Stillstand der Wirtschaftsleistung ist kein Ausrutscher, sondern eine Phase „langanhaltender wirtschaftlicher Schwäche“, in der Unternehmen „Aufträge verlieren, Liquidität verlieren… bis hin zu Insolvenzen“.

Entscheidend: Nachfrageschwäche allein erklärt die Lage nicht. Zenzen verweist auf strukturelle Standortnachteile, die Unternehmen zunehmend ausbremsen – von hohen Kosten über Regulierung bis Unsicherheit. Doch gleichzeitig erkennt er erste Signale, dass die Talsohle endlich hinter uns liegt.

W&V Webinar "Konjunkturbarometer 2026"

Die Webinar-Aufzeichnung steht ab sofort kostenfrei on demand auf LO:X zur Verfügung – einfach registrieren, Passwort vergeben, On-demand-Content nutzen.

Hier kostenfrei anmelden!

5 Takeaways speziell für Marketer

1) Stagnation ist keine Phase – sie ist der Planungshorizont

Die vergangenen sechs Jahre „Nullwachstum“ sind historisch ungewöhnlich. Viele Indikatoren verlieren in einer so langen Stagnation ihre Aussagekraft. Wer Marketing noch immer auf der Basis „vor 2018“ aufsetzt, arbeitet mit Landkarten, die nicht mehr gelten.

2) „Made in Germany“ trägt nicht mehr automatisch

Das Herkunftslabel verliert an Strahlkraft. Zenzen sagt, die „Vorschusslorbeeren“ deutscher Industrien „verlieren ihre Blätter“. Besonders sichtbar im E-Auto-Segment, wo deutsche Hersteller „verdrängt“ werden – technologisch wie kulturell. Herkunft reicht nicht mehr. Leistung muss wieder beweisen, was früher der Ruf erledigt hat.

3) KPIs brauchen Kontext – nicht additive Dashboards

Viele Stimmungskurven und Konsumindikatoren sind nach Jahren multipler Schocks „nicht mehr so belastbar wie früher“, so Zenzen. Für Marketing heißt das: weniger KPI-Sammlung, mehr Interpretation. KPIs brauchen heute Kontextkompetenz, nicht nur Reporting.

4) Wettbewerbsfähigkeit ist die neue Markenbasis 

Zenzen formuliert es ungewohnt deutlich: „Wir müssen ansetzen, dass wir bei den Technologien wieder spitze sind.“ Marken können strukturelle Schwächen nicht überinszenieren. Sichtbarkeit braucht Substanz – und Marketing muss dort ansetzen, wo Unternehmen tatsächlich differenzieren.

5) Internationalisierung neu denken – besonders Richtung China

Warum verlieren deutsche Marken in China an Boden? Zenzen sagt: China sei „jetzt ein Industrieland“, Konsument:innen „patriotischer“ und „stolzer auf eigene Produkte“. Wer relevant bleiben will, muss lokale Codes, Werte und Player verstehen – nicht Exportmarketing betreiben.

Fazit des W&V Webinars 

Wenn Märkte strukturell unter Druck stehen, braucht Marketing weniger Nostalgie und mehr ökonomische Wirklichkeit. Strategien für 2026 entstehen nicht aus Trends, sondern aus einem klaren Blick auf Wachstumschancen, Wettbewerbsfähigkeit und Standortbedingungen.

Das komplette Webinar gibt es ab sofort kostenfrei auf LO:X – on demand.

Neueste Beiträge

Retail Media im Baumarkt
WuV Community Icon Toom kommt spät, aber mit Rückenwind
Toom öffnet erstmals sein Retail-Media-Inventar. Rund 300 Märkte, App und Loyalty-Daten werden zur Werbefläche. Doch im DIY-Markt ist OBI längst weiter und auch Bauhaus rüstet auf.
5 Minuten
Gastbeitrag
WuV Community Icon Checkout-Störungen: Wie KI Umsatzverluste begrenzt
Technische Checkout-Störungen können Marketingbudget und Umsatz innerhalb weniger Minuten vernichten. KI und automatisierte Workflows helfen dem Handel, Probleme schneller zu erkennen und auch im Spitzengeschäft handlungsfähig zu bleiben.
5 Minuten
Curious Company
WuV Community Icon Eine Digitalagentur vermietet ihre Erfolgscases
Curious Company macht aus früheren Individualentwicklungen ein SaaS-Geschäft. Gründer Henning Westerwelle erklärt Preise, Margen, IP-Fragen und das Risiko, das eigene Projektgeschäft zu kannibalisieren.
8 Minuten

Das könnte dich auch interessieren

Rolf räumt auf
WuV Community Icon Niveas Strategie-Fehler
Nach Porsche auch Nivea – so genannte Love Brands erleiden Umsatzeinbußen und sinkende Markenwerte. Sie müssen ihre Strategien ändern. Das betrifft in erster Linie nicht die Werbung. Es geht vielmehr um das Produkt und den Kern der Marke.  
3 Minuten
17. Aug 2026
Interview
WuV Community Icon Ulrich Klenke: "Wer Marke nur als Summe seiner Produkte begreift, denkt zu kurz"
Die Telekom ist erneut auf Platz eins beim BrandZ-Ranking. Wir sprachen mit Ulrich Klenke, Chief Brand Officer der Deutschen Telekom, was er aus der Analyse mitnimmt, welche Marken ihn positiv überraschen – und wie man eine Marke aus dem Tal führt.
9 Minuten
12. Mär 2026
Live vom W&V-Summit
WuV Community Icon Die Zukunft des Marketings entscheidet sich nicht am Tool
Sechs Kurzvorträge, sechs Perspektiven, ein gemeinsamer Befund: Das Marketing von morgen wird nicht allein durch KI, Daten und Automatisierung geprägt. Entscheidend wird, ob Unternehmen wieder mutiger innovieren, Marken strategisch führen und Verantwortung neu verteilen.
6 Minuten
12. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige