Entscheidend: Nachfrageschwäche allein erklärt die Lage nicht. Zenzen verweist auf strukturelle Standortnachteile, die Unternehmen zunehmend ausbremsen – von hohen Kosten über Regulierung bis Unsicherheit. Doch gleichzeitig erkennt er erste Signale, dass die Talsohle endlich hinter uns liegt.

W&V Webinar "Konjunkturbarometer 2026"

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5 Takeaways speziell für Marketer

1) Stagnation ist keine Phase – sie ist der Planungshorizont

Die vergangenen sechs Jahre „Nullwachstum“ sind historisch ungewöhnlich. Viele Indikatoren verlieren in einer so langen Stagnation ihre Aussagekraft. Wer Marketing noch immer auf der Basis „vor 2018“ aufsetzt, arbeitet mit Landkarten, die nicht mehr gelten.

2) „Made in Germany“ trägt nicht mehr automatisch

Das Herkunftslabel verliert an Strahlkraft. Zenzen sagt, die „Vorschusslorbeeren“ deutscher Industrien „verlieren ihre Blätter“. Besonders sichtbar im E-Auto-Segment, wo deutsche Hersteller „verdrängt“ werden – technologisch wie kulturell. Herkunft reicht nicht mehr. Leistung muss wieder beweisen, was früher der Ruf erledigt hat.

3) KPIs brauchen Kontext – nicht additive Dashboards

Viele Stimmungskurven und Konsumindikatoren sind nach Jahren multipler Schocks „nicht mehr so belastbar wie früher“, so Zenzen. Für Marketing heißt das: weniger KPI-Sammlung, mehr Interpretation. KPIs brauchen heute Kontextkompetenz, nicht nur Reporting.

4) Wettbewerbsfähigkeit ist die neue Markenbasis 

Zenzen formuliert es ungewohnt deutlich: „Wir müssen ansetzen, dass wir bei den Technologien wieder spitze sind.“ Marken können strukturelle Schwächen nicht überinszenieren. Sichtbarkeit braucht Substanz – und Marketing muss dort ansetzen, wo Unternehmen tatsächlich differenzieren.

5) Internationalisierung neu denken – besonders Richtung China

Warum verlieren deutsche Marken in China an Boden? Zenzen sagt: China sei „jetzt ein Industrieland“, Konsument:innen „patriotischer“ und „stolzer auf eigene Produkte“. Wer relevant bleiben will, muss lokale Codes, Werte und Player verstehen – nicht Exportmarketing betreiben.

Fazit des W&V Webinars 

Wenn Märkte strukturell unter Druck stehen, braucht Marketing weniger Nostalgie und mehr ökonomische Wirklichkeit. Strategien für 2026 entstehen nicht aus Trends, sondern aus einem klaren Blick auf Wachstumschancen, Wettbewerbsfähigkeit und Standortbedingungen.

Das komplette Webinar gibt es ab sofort kostenfrei auf LO:X – on demand.

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Autor: Christiane Treckmann

Christiane Treckmann ist Mitglied der W&V Redaktion. Ihre Interessen: das Spannungsfeld von Menschen, Marken und Medien - analog und insbesondere digital. Daher liegen ihr besonders Themen rund um Markenstrategien, Mediaplanung sowie KI und die Menschen dahinter am Herzen. Christiane ist zudem für die Konzeption und Moderation der Eventreihe W&V Connect und für die inhaltliche Koordination des W&V Summit zuständig. Darüber hinaus ist sie regelmäßige Moderatorin der W&V Webinare.