Karriere:
„Neugier und digitale Kompetenz entscheiden“: Wie die IST-Hochschule Ausbildung neu denkt
Digitale Transformation, KI und neue Plattformen verändern die Medienbranche rasant. Im Interview erklärt Prof. Dr. Miriam Goetz, Professorin für Kommunikation & Medienmanagement an der IST-Hochschule für Management, warum Praxisnähe, Datenkompetenz und kreative Eigeninitiative heute entscheidend sind – und welche Chancen die Partnerschaft mit der Screenforce Academy für Studierende bietet.

Foto: IST Hochschule für Management
Frau Goetz, was begeistert Sie persönlich an der Ausbildung junger Menschen im Bereich Medien und Marketing?
Miriam Goetz: Mich begeistert vor allem der Gestaltungswille junger Menschen. Dazu kommt ihre große Offenheit für Neues, gerade in digitalen und kreativen Feldern. Ich spüre bei meinen Studierenden auch eine hohe Motivation, Neugier und Lust, die Branche wirklich verändern zu wollen.
Wie hat sich die Ausbildung in den letzten Jahren verändert?
Sie ist deutlich digitaler geworden. Das belegen auch die Zahlen der letzten Weiterbildungsstudie der Bitkom: 74 Prozent der Befragten sehen digitale Technologien wie KI als zentral für ihre berufliche Entwicklung. Gleichzeitig wünschen sich Lernende zunehmend individuelle, flexible Formate. Wir als Fernhochschule haben darauf schon früh reagiert und von Beginn an auf digitale Studien- und Lehrformate gesetzt. Zugleich sehen wir, wie wichtig der persönliche Kontakt zwischen Studierenden untereinander und mit uns als Lehrenden ist, sodass wir nach wie vor auch Präsenzformate wie gemeinsame Exkursionen, Seminare, Messebesuche oder Networking-Angebote schaffen.
Welche Inhalte und Schwerpunkte prägen heute ein modernes Studium in Ihrem Bereich?
Ein modernes Medienmanagementstudium fußt meines Erachtens auf drei Säulen, die ich in allen Modulen verankere und vermittle. Digitale Wertschöpfung in der Medienbranche, Datenkompetenz sowie Bewegtbild- und Content-Produktion. Dabei ist vor allem die selbstständige Anwendung wichtig, wie etwa im Modul Medienpraxis, in dem die Studierenden selbstständig eigene Websites designen, eigene Reportagen oder Analysen entwickeln und diese mittels KI als Berichtsformen umsetzen. Dazu gehört beispielsweise auch ein professionelles Kamera-Training bei uns im hochschuleigenen Greenscreen-Studio.
Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Ausbildung stets up-to-date ist und das, was Sie an Wissen und Know-how vermitteln, nicht schon wieder veraltet ist, wenn das Studium abgeschlossen ist?
Wir verfolgen konsequent die Marktentwicklungen und entsprechende Fachstudien und aktualisieren auf der Basis die Studienunterlagen. Wir besuchen außerdem regelmäßig Messen- und Fachkonferenzen und pflegen einen engen, kontinuierlichen Austausch mit unseren Praxispartnerinnen und -partnern aus der Medien- und Marketingbranche. Gerade deren Feedback zu Trends und gefragten Kompetenzen ist für uns enorm hilfreich.
Wie funktioniert bei Ihnen das Zusammenspiel von Theorie und Praxis, wie setzen Sie es konkret um?
Wir vermitteln im Studium die theoretischen Grundlagen und wenden diese dann auf reale Cases aus der Medien-, Agentur- und Marketingwelt an. Entsprechend sind unsere Lehrmaterialen, Prüfungsformen und auch Praxiskooperationen konzipiert. Die Kooperation mit der Screenforce Academy ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Studierenden aufbauend auf ihren Studieninhalten praxisnah tiefe Einblicke in Vermarktung, Zielgruppenanalysen und die Bewegtbildbranche erhalten.
Welche Rolle spielen neue Technologien – etwa KI, Datenanalyse oder neue Plattformen – in der Ausbildung an Ihrer Hochschule?
Eine zentrale. KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Arbeitsalltag: 54 Prozent der Berufstätigen nutzen laut Bitkom bereits generative KI. Da moderne Medienmärkte stark durch Algorithmen, datenbasierte Werbung und automatisierte Produktion geprägt sind, bilden diese Inhalte einen festen Bestandteil unserer Lehrveranstaltungen.
Die IST-Hochschule ist Partner der Screenforce Academy und bringt zugleich auch Stipendiaten in das Screenforce Masterclass-Programm ein. Was versprechen Sie sich davon?
Wir als Hochschule pflegen den direkten Austausch mit den Verantwortlichen aus der Branche und erkennen so direkt wichtige Trends und Entwicklungen, die wir dann für unsere Lehrplanung berücksichtigen. Unsere Studierenden wiederum erhalten durch die sechsmonatige Masterclass echte Branchenexpertise, Zugriff auf exklusive Videoinhalte, Live-Sessions und wertvolle Kontakte für den Berufseinstieg. Sie bekommen außerdem ein Zertifikat, das der Prüfungsleistung eines Moduls entspricht und entsprechend angerechnet wird.
Wie wichtig sind neben fachlichen Kenntnissen auch Soft Skills wie Teamarbeit, Kreativität oder Projektmanagement?
Soft Skills sind genauso entscheidend wie fachliche Kompetenzen – das belegen verschiedene Studien zu Future Skills, unter anderem vom Fraunhofer Institut. Gerade Faktoren wie Selbstwirksamkeit, Teamfähigkeit und Orientierung tragen maßgeblich zum Erfolg in Studium und Berufsleben bei. Auch Fähigkeiten wie kollaboratives Arbeiten in hybriden Teams, Problemlösungskompetenz oder digitale Kommunikationsfähigkeit sind heutzutage nicht mehr nur „nice to have“, sondern essenzielle Grundlagen für die Arbeitswelt von morgen.
Welche Erwartungen äußern Unternehmen heute an Absolventinnen und Absolventen, die frisch von der Hochschule kommen?
Unternehmen suchen heute drei Dinge: Digitale Kompetenz, Praxisfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Unternehmen der Medienbranche wünschen sich vor allem ein fundiertes Verständnis für datengetriebene Kampagnen und Know-how in der Contentproduktion. Die Medienbranche verändert sich durch Treiber wie KI, Streaming und digitale Ökosysteme so schnell wie kaum eine andere, sodass Absolventinnen und Absolventen sich konsequent anpassen und auf neue Gegebenheiten umstellen müssen.
Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die heute eine Karriere in der Kommunikations- bzw. Medienbranchen anstreben?
Seid neugierig – und bleibt es. Sammelt früh praktische Erfahrungen, vernetzt euch, beobachtet die Branche und die Trends und baut aktiv digitale Kompetenzen aus. Gerade Letzteres ist entscheidend - wer mutig ausprobiert und sich kontinuierlich weiterentwickelt, hat in unserer Branche beste Chancen.
Prof. Dr. Miriam Goetz ist Professorin für Kommunikation & Medienmanagement an der IST-Hochschule für Management und leitet den gleichnamigen Bachelorstudiengang. Sie lehrt zu Kommunikations- und Markenmanagement, Medienmarketing, Internationale Medien und redaktionelle Medienpraxis. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre im Marketing/Business Development und redaktionell in verschiedenen nationalen und internationalen Medienunternehmen.
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