Trophäen-Design :
Abschied von der Scheibe: Mutabor entwirft DFB-Pokal für U19-Junioren

Am Samstag können die U19-Junioren erstmals einen Pokal in die Höhe stemmen. Das Werk der Designagentur Mutabor für den DFB ersetzt eine alt- aber wenig bewährte Scheibe.

Text: Leif Pellikan

Der Entwurf des DFB Pokals der Junioren, die die Sieger am Samstag in die Höhe stemmen werden
Der Entwurf des DFB Pokals der Junioren, die die Sieger am Samstag in die Höhe stemmen werden

Es ist schon verwunderlich, seit Jahren spielen die Junioren um ihren DFB-Pokal. Aber es gab nie einen Pott. Am Ende durfte das Siegerteam immer nur eine Scheibe hochhalten. Abgesehen davon, dass so auch nie eine Bier- oder Limodusche möglich war, wurde das bunte, übergroße zwei-Euro-Stück auch noch als Standardtrophäe für andere Wettbewerbe genutzt. 

Jetzt hat der DFB reagiert und die Agentur Mutabor erstmals einen DFB Vereinspokal der Junioren kreieren lassen. Das Design stammt vom jungen Produkt-Designer Jan Görlitz. Eigentlich macht der Art Director sonst überwiegend Architektur, etwa die Gestaltung von Räumen und Messeauftritten. Aber wenn so etwas angesagt ist, sagt natürlich niemand nein. Zumal offensichtlich ist, dass die alte Scheiben-Trophäe dringend ersetzt werden muss. Jetzt ist etwas wirklich langlebiges entstanden, "anders als das Design von Produkten, die einen beschränkten Lebenszyklus haben", sagt Görlitz. Deshalb habe das gesamte Team (Mutabor hat sehr viele echte Fußball-Fans) viel Freude an dieser Aufgabe gehabt.

Große Symbolik und großes Vorbild

Die Vorgaben waren knapp. Klar war nur, es muss ein Pokal werden, der sich am großen Vorbild, dem DFB-Pokal, orientiert. "Gewünscht haben wir uns aber eine übergreifende Symbolik, die die Eigenschaften des DFB und speziell auch dessen Juniorensport beschreibt", sagt Görlitz. Entstanden ist etwas, das von der größten Stärke des deutschen Fußball inspiriert ist: Teamgeist. "Klick machte es bei der Geste der zusammenstehenden Spieler vor dem Spiel." Elf Spieler bilden einen Kreis als Krone. 

Wer mit den neuen Pokal als erstes feiern darf, entscheidet sich am morgigen Samstag. Ab 11 Uhr stehen sich die U19-Teams des 1. FC Kaiserslautern und von Rekordsieger SC Freiburg in Berlin auf dem Platz (live auf Sport1). Und wenn der Pokal dann in die Höhe gestemmt wird, kommt auch ein kleines, modernes Detail zum Tragen: Im Fuß ist wie ein Schuhabdruck das DFB-Logo zu sehen, den die Pokalschmiede von Koch & Bergfeld Corpus gefertigt hat. Die Bremer schmieden auch den Champions League Pokal.  

Vorangegangen war ein zweistufiger Pitch. Mutabor ging mit Heimvorteil in die Partie. Die Hamburger stemmen aktuell die Kommunikation für die Männer- und Frauen-Nationalelf sowie sämtlicher U-Nationalmannschaften. Zudem setzt auch die DFL auf Mutabor, der Markenauftritt und auch das Logo der Liga stammen von den Hamburgern. Daneben stehen der HSV und die TSG Hoffenheim auf der Referenzliste. 

Hier das Making-of des Pokals:

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Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.