Wahlkampf :
AfD holt den Social-Media-Wahlhelfer von Trump, Netanyahu und Palin

Die AfD hat sich offenbar doch noch Hilfe von renommierten Social-Media-Werbern geholt. Aus den USA. 

Text: Leif Pellikan

So zeigt sich Wahlwerber Vincent Harris - eindeutig rechts, mit Fokus auf Social-Media.
So zeigt sich Wahlwerber Vincent Harris - eindeutig rechts, mit Fokus auf Social-Media.

Die AfD hat sich offenbar doch noch Hilfe von renommierten Social-Media-Werbern geholt. Der Alternative für Deutschland hilft laut "Spiegel" die US-Agentur Harris Media. Gründer Vincent Harris hat bereits für diverse Parteien gearbeitet, die wie die Republikaner in den USA eher am rechten Spektrum angesiedelt sind. Auch US-Präsident Donald Trump griff mit seinem Wahlkampf projektweise auf die Hilfe der Agentur aus Austin, Texas, zurück.

Mit seinen Social-Media-Posts rückt die Partei nun ein Stück weiter nach rechts. Unter anderem ist ein Motiv mit Reifenspuren und dem Satz "Die Spur der Kanzlerin durch Europa" veröffentlicht worden. Ziel der AfD-Werber ist es aber auch, den Sympathisanten die Scheu zu nehmen, sich zur Partei zu bekennen und auch die Zurückhaltung, solche Posts weiterzuverbreiten.  

Harris und sein 45-köpfiges Team können hierbei auf gehörig Erfahrung zurückgreifen. Er half Ted Cruz bei seiner Kandidatur für den Senat und Rand Paul bei seiner Präsidentschaftskandidatur sowie der skandalträchtigen Gouverneurin Sarah Palin. International verhalf er 2015 Benjamin Netanyahu zur Wiederwahl als Premierminister in Israel. In Großbritannien arbeitete Harris Media für die europakritische Partei UKIP. Inwiefern er für Donald Trump arbeitete, ist allerdings unklar. Politico schrieb, Harris sei kurz nachdem er über das Wahlkampfteam und die Agentur angeheuert wurde, auch schon wieder gefeuert worden. Der Grund war ein "Leak", jemand steckte den Medien, dass er für Trump arbeiten werde.   

Seit wann Harris für die AfD arbeitet, ist nicht bekannt. Bislang war nur öffentlich, dass der Schweizer AfD-Wahlkampfstratege Thor Kunkel von der Schweizer Agentur Kunkelbakker für die AfD arbeitet. Er war unter anderem mit dem Ziel angetreten, die Partei von ihrem Miesepeter-Image zu befreien. 


Autor:

Leif Pellikan
Leif Pellikan

ist Redakteur beim Kontakter und bei W&V. Er hat sich den Ruf des Lötkolbens erworben - wenn es technisch oder neudeutsch programmatisch wird, kennt er die Antworten. Wenn nicht, fragt er in Interviews bei Leuten wie Larry Page, Sergey Brin oder Yannick Bolloré nach.