Amir Kassaei im Interview :
Auch Omnicom stellt Cannes infrage

Seit Jahren wettert DDB-Kreativchef Amir Kassaei gegen den Award-Zirkus in Cannes. Jetzt hat er sich bei Omnicom offenbar durchgesetzt.

Text: Frank Zimmer

- keine Kommentare

W&V-Videoblogger Mirko Kaminski (l.) sprach mit Kassaei am Strand von Cannes.
W&V-Videoblogger Mirko Kaminski (l.) sprach mit Kassaei am Strand von Cannes.

Es könnte 2018 in Cannes deutlich leerer werden: Nach der Entscheidung von Publicis, im kommenden Jahr eine Award-Pause einzulegen, zieht sich möglicherweise auch die Omnicom-Gruppe mit Agenturen wie DDB, BBDO und TBWA vom weltgrößten Kreativfestival zurück. Das deutete der weltweite DDB-Kreativchef Amir Kassaei im W&V-Interview an.

Kassaei kritisiert das Award-Geschäft seit Jahren. Jetzt hat er sich offenbar bei seiner Holding in New York durchgesetzt: "Mittlerweile sind auch bei Omnicom die Leute so weit, dass sie gesagt haben: Das macht überhaupt keinen Sinn, weil der Aufwand, die Kosten und der Nutzen in keinem Verhältnis mehr zueinander stehen", so Kassaei im Gespräch mit W&V-Videoblogger Mirko Kaminski.

Hier ist das komplette Video mit Kassaeis Cannes-Rant:

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Publicis-Gruppe (u.a. Leo Burnett, Saatchi, Sapient Razorfish) mindestens bis zum Sommer 2018 aus dem Award-Geschäft aussteigt. Stattdessen konzentriert sich der 80.000-Mitarbeiter-Konzern auf eine eigene Trend- und Technologie-Plattform namens Marcel.

Raphael Brinkert, Geschäftsführer der Jung-von-Matt-Tochter JvM/Sports, zeigte Verständnis für den radikalen Kurswechsel bei der Konkurrenz. Publicis handle "sehr vernünftig", sagte er im Interview mit W&V:

Jung von Matt hat bereits vor Jahren die Entscheidung getroffen, sich nur noch alle zwei Jahre an Kreativwettbewerben zu beteiligen. Das eingesparte Geld soll in Aus- und Fortbildung talentierter Werber fließen.

Alles rund um Cannes 2017, Texte, Videos und Fotos gibt es im Liveblog von W&V.


Autor:

Frank Zimmer

Redaktionsleiter Online mit analogem Migrationshintergrund. Seit 1996 im Internet. Buchautor („Der Social-Media-Rausch“) und Gelegenheitsblogger. Interessiert sich für digitale Kommunikation und Design Thinking. Hat eine Schwäche für Agenturen, weil er mal in einer gearbeitet hat.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit