Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz hebt digitale Anwendungen auf das nächste Level und wird damit zum Dealbreaker unserer Zukunft. Daher stehen auch hier Giganten wie Google mit beidem Füßen auf dem Gaspedal. Aber bei künstlicher Intelligenz geht es auch stark um Grundlagenforschung. Und die findet (zum Glück) nach wie vor zu weiten Teilen in (freien) Universitäten und staatlichen Forschungseinrichtungen statt. Leider gelten europäische Universitäten im internationalen Vergleich bis auf wenige englische Ausnahmen (Oxford, LSE) als abgehängt. Wer zu künstlicher Intelligenz auf höchstem Niveau forschen möchte, muss Europa immer häufiger verlassen und in die USA oder nach Asien auswandern. Der Deutsche Rasmus Rothe, der in Oxford studiert und in Berlin das KI-Startup Menratix gegründet hat und von Forbes zu den Top 30 under 30 gerankt wird, bildet leider eine traurige Ausnahme.

Mobilität

Nichts verändert die Mobilität der Menschheit nachhaltiger als das Internet. Egal ob Uber, AirBnb oder Booking.com - sie alle wurden erst durch das Internet möglich. Immerhin schickt sich hier ein einziges europäisches Internet-Unternehmen und dazu auch noch ein deutsches an, im globalen Mobilitätsmarkt nennenswert mitzumischen: Flixbus. Das Münchner Startup wagt es seit kurzem sogar, in den USA gegen die weltberühmten Greyhound-Busse anzutreten. Aber so eine internationale Expansion kostet viel Geld. Viel mehr Geld, als der deutsche oder auch europäische Kapitalmarkt bereitstellen kann. Folglich sucht Flixbus auch in Amerika nach neuen Investoren. Wenn es europäischen Banken, Börsen und anderen Kapitalgebern nicht gelingt, auf globaler Ebene mitzuhalten, werden Startups gezwungen, Europa zu ganz verlassen - oder Investoren wie der japanischen Softbank mit ihrem gigantischen 100 Milliarden Dollar-Fond die Türen weit zu öffnen.

Demokratie

Auch wenn Meinungsfreiheit Netz wie im wahren Leben nicht immer leicht auszuhalten ist - die große Gefahr für die Demokratie droht weniger von Einzelnen als von organisierter Seite, wenn über Soziale Netzwerke gezielt und oft verdeckt Kampagnen gegen den politischen Gegner gesteuert werden. Dass russische Trolle dies mit dem Ziel tun, unsere Gesellschaft zu spalten, spricht sich zum Glück langsam herum. Dass der Brexit wohl auch digital voran getrieben wurde, überrascht kaum jemandem. Aber dass auch Google die strengere europäische Auslegung des Urheberrechts vor allem bei seiner Tochter YouTube wohl massiv über PR-Agenturen torpediert hat, dürfte den meisten entgangen sein. Derlei politische Kampagnen sollten auf gar keinen Fall als Vorwand dienen, die freie Meinungsäußerung im Netz einzuschränken. Sie sollten viel mehr als dringende Aufforderung verstanden werden, mehr echte Digital-Experten für Politik, Justiz, Polizei aber auch für die Wirtschaft zu gewinnen, auf nationaler wie europäischer Ebene, um mit den hier bereits geltenden Gesetzen, dieses wunderbare freie und demokratische Europa vor seinen Feinden jedweder Couleur zu schützen.

Stefan Gessulat ist Inhaber der Digital- und Kreativ-Agentur Gessulat + Gessulat. Die Agentur mit Sitz in München betreut vor allem in den Bereichen Employer Branding und Digital-Strategie Kunden wie die Porsche Holding und die Volkswagen Group.


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W&V Redaktion
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