Neuer Markenauftritt :
Das ist Heyes erste Arbeit für Jim Beam

Die Münchner Agentur hat den Kunden erst kürzlich gewonnen und präsentiert jetzt eine Plakatkampagne. Sie hängt im ganzen Land.

Text: Conrad Breyer

Für einen legendären Abend unter Freunden: Jim Beam.
Für einen legendären Abend unter Freunden: Jim Beam.

Neuer Kunde, neuer Markenauftritt. Jim Beam gibt sich erfrischend modern. Vorbei die Zeiten, da sich die Macher selbst inszenierten ("Wir bei Jim Beam...").

Jetzt stehen die Kunden im Mittelpunkt. "Wir gehen weg von der Destiller’s zur Friendship Story", sagt Mark Niedzballa, CEO der Agentur Heye, die den Kunden neuerdings betreut.

Ehrlich, direkt und nicht ganz ernst solle die Marke Jim Beam rüberkommen, sagt Thorsten Adenauer, Geschäfts­leiter Kreation von Heye. "Eben genau wie der Whiskey schmeckt." Es ist eine Charme­offensive für den Bourbon und eine Premiere in Deutschland. Das Thema Freundschaft, gemeinsam Zeit miteinander verbingen, ist nicht unbedingt neu, aber für Jim Beam eine Zeitenwende.

Bas Vermorken, Managing Director Deutschland von Beam Suntory, die Jim Beam vertreiben, glaubt fest daran, dass der neue Auftritt Jim Beam deutlich emotionaler erscheinen lässt. "Und das, ohne die traditionellen Werte außen vor zu lassen." Da geht es dann um die Liebe zum Produkt. Könnte funktionieren: Die Marke will in die Mitte der Gesellschaft und verordnet sich eine gewisse Leichtigkeit.

Whiskey geht auch ohne Mad Men

Eine starke Präsenz ist auch deshalb wichtig, weil die EU Strafzölle auf US-Produkte wie Jim Beam erhoben hat. Die Plakatkampagne hängt bundesweit an U-Bahnhöfen und auf Sonderflächen in Großstädten.

"Jeder Werber träumt davon, für eine große Whiskey-Marke zu arbeiten. Auch wenn Whiskey in Agenturen heute sicher nicht mehr eine so omnipräsente Rolle innehat wie zu Mad-Men-Zeiten. Wir haben noch jede Menge vor", sagt Agenturchef Niedzballa. Wir meinen: Cheers!


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.