Düsseldorfer Biermarke Pitters :
Deutschlands erstes Agentur-Bier findet einen Brauer

Name und Marke gab es schon - was fehlte, war das Bier. Nun hat die Agentur Beecken's einen erfahrenen Brauer gefunden, um "Pitters" auf den Markt zu bringen.

Text: Maximilian Flaig

Agenturchef Ulf Beecken (l.) und Brauer Sebastian Sauer (r.) mit ihrem Pitters.
Agenturchef Ulf Beecken (l.) und Brauer Sebastian Sauer (r.) mit ihrem Pitters.

Ende Februar hat W&V erstmals über Pitters, Düsseldorfs neueste Biermarke, berichtet. Schönheitsfehler: Das Konzept war da, das Bier fehlte. Ulf Beecken, Chef von "Beecken's Agentur" aus der Altstadt, suchte über die Öffentlichkeit einen Brauer – und hat nun einen, so Beecken, "kongenialen Partner" für die Marke gefunden: Sebastian Sauer ist ein Craftbeer-Pionier in Deutschland und seit rund zehn Jahren weltweit in Sachen Bier unterwegs. Im November gibt es die ersten 1.000 Liter zu trinken.

Die Pitters-Story: Lebensweisheiten aus der Welt des Bieres 

Namenspatron der neuen Marke ist Pitter, ein weitgereister (fiktiver) Köbes mit Herz und Seele. "Mit Pitters wollen wir dem Köbes ein Denkmal setzen", sagt Beecken. "Ihn gibt es als Markenbotschafter noch nicht, dabei ist er doch ein Held des Bieres." Zum Köbes passend stehen im Zentrum der Kommunikation die "Lebensweisheiten" des Pitter: vielfach abgewandelte Zitate, aber auch launige Kommentare. Über 100 davon hat die Agentur schon im Fundus. "Perspektivisch wollen wir Pitter zum Konfuzius des Bieres machen", so der 53-Jährige.

"Let's brew it!"

"Nach den ersten Medienberichten war das Interesse groß", erinnert sich Beecken. Doch es habe sich gezeigt: Die großen Brauereien versuchen lieber ihre bestehenden Marken zu verjüngen – und die Kleinen scheuen Investitionen. Dafür habe er jedoch Sebastian Sauer kennengelernt und beschlossen: "Let's brew it!"

Als einer der ersten Craftbeer-Brauer Deutschlands lässt Sauer mit seiner Marke Freigeist Bierkultur seit 2009 ausgestorbene und tot geglaubte Bierstile wieder auferstehen. Zugleich braut und verfeinert er aber auch klassische Biere.

Und: Sebastian Sauer passt nach Beeckens Meinung wie kein Zweiter zu Pitter. Schon im Juni 2017 hat die FAZ geschrieben: "Es gibt wohl keinen deutschen Brauer, der mehr in der Welt herumkommt als Sebastian Sauer." Vier bis fünf Monate pro Jahr ist er in Sachen Bier im Ausland unterwegs, vielfach in den USA, 2017 sogar in Nordkorea. "Nebenbei kann Sebastian optisch glatt als Pitters jüngerer Bruder durchgehen", so Beecken schmunzelnd.

Weltpremiere am 24. November – Pläne fürs eigene Brauhaus

Und was für ein Bier wird Pitters? "Untergärig, unfiltriert, naturbelassen, ein wenig malzig-süß, mit fest-feiner Schaumkrone", beschreibt es der Agenturchef. Weltpremiere soll am 24. November sein, ein entsprechendes Launch-Event werde gerade geplant. Wer danach eines der ersten Pitters trinken wolle, müsse sich beeilen. Von den 1.000 Litern der ersten Charge sollen lediglich rund 500 in Handel und Gastronomie gehen und exklusiv bei wenigen Partnern erhältlich sein.

"Wenn Pitters den Menschen so gut schmeckt wie uns, wird der Braukessel danach deutlich größer", sagt Beecken, der über das Bier hinaus ambitionierte Pläne hat. "Ein Köbes wie Pitter passt am besten in sein eigenes modernes Brauhaus, das 'Home of Pitters', oder kurz 'The HoP'." Die entsprechende Marke hat Beecken bereits beim Deutschen Marken- und Patentamt eingetragen und in der Altstadt eine gleichnamige GmbH gegründet, die Pitters vertreiben wird. 


Autor:

Maximilian Flaig

Unterstützt als Werkstudent die Redaktion in allen Bereichen. Während seines aktuellen Masterstudiengangs American History, Culture and Society schrieb Maximilian Flaig bereits für die "Süddeutsche Zeitung".