United Digital Group :
Digitalagentur UDG von Hacker lahmgelegt

Seit über einer Woche ist die Website von UDG offline. Ein Hackerangriff hat den Onlineauftritt der Digitalagentur lahmgelegt - und dazu noch die Seiten einiger Kunden.

Text: Peter Hammer

UDG-Sprecher Christoph Burbes vermutet einen Hacker mit Insiderwissen.
UDG-Sprecher Christoph Burbes vermutet einen Hacker mit Insiderwissen.

Der Schreck war groß. Am Montag vergangener Woche hat eine Hackerattacke das Datencenter von UDG lahmgelegt, der fünftgrößten deutschen Digitalagentur. Betroffen war nicht nur die Firmenwebsite, sondern auch die einiger Kunden. Seitdem versucht ein Krisenteam rund um die Uhr, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen. Doch bis heute sind die Folgen spürbar.

"Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung des Problems und konnten bereits einige Kundenseiten und Systeme erfolgreich wiederherstellen. Die eigene UDG-Website ist noch offline, die betroffenen Kunden haben höchste Priorität", sagt Christoph Burbes, Executive Director Corporate Communications.

Zuerst dachte das UDG-Management, so wie viele andere Unternehmen eines der "Petya"-Opfer zu sein. Denn nahezu zeitgleich war bekannt geworden, dass weltweit Firmen und Behörden von einer Cyberattacke heimgesucht wurden, darunter der Lebensmittelriese Mondelez, der russische Ölkonzern Rosneft, die dänische Reederei Maersk und der Werberiese WPP.

Der Täter ist wahrscheinlich dem Umfeld der Agentur zuzuordnen

Doch schnell war klar, dass die eine Attackle nichts mit der anderen zu tun hat. Burbes: "Der oder die Täter haben offensichtlich Insider-Wissen, was zu dem teils ungewöhnlich langen Ausfall führt, und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Umfeld der Agentur zuzuordnen. Der Angriff auf das Rechenzentrum scheint von langer Hand geplant worden zu sein." Aber, so der Manager, es gebe keine Anhaltspuntke, dass Daten entwendet wurden.