Agenturstrategie :
Einstellungsstopp bei allen WPP-Tochteragenturen

Die Maßnahme gilt für alle, von sofort an und soll bis Ende März 2019 in Kraft bleiben. Ursprünglich geplant war die Einstellung von rund 2000 neuen Mitarbeitern.

Text: Franz Scheele

Es wird bis ins Jahr 2019 kein Personal mehr eingestellt bei WPP!
Es wird bis ins Jahr 2019 kein Personal mehr eingestellt bei WPP!

WPP hat die Manager ihrer Tochteragenturen angewiesen, alle geplanten Personaleinstellungen bis zum Ende des ersten Quartals 2019 zu stoppen. Dies berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf Unternehmensquellen, die namentlich nicht genannt werden wollen.

Vorgesehen war offensichtlich die Einstellung von rund 2000 neuen Mitarbeitern. In einer internen Mitteilung von Group Financial Controller David Barker soll es dazu heißen: "Wir müssen Sofortmaßnahmen ergreifen, um das zu stoppen." Dies sei notwendig, um das Geschäft für die kommenden Jahre zu schützen. Die interne Mitteilung soll vom 26. Oktober stammen.

Die weltweit größte Werbeholding beschäftigt rund 134.000 Mitarbeiter. Betroffen von der Maßnahme sind unter anderem Agenturgruppen wie Ogilvy, Grey, J. Walter Thompson, VMLY&R und Burson-Marsteller.

Stagnierendes Geschäft

Der neue Holdingchef Mark Read, der im September offiziell die Nachfolge von WPP-Gründer und jahrzehntelangem CEO Martin Sorrell angetreten hat, will offensichtlich die Zeit nutzen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Vor allem das Geschäft in Nordamerika stagniert seit einiger Zeit. Dort hat WPP unter anderem Anfang Oktober nach einer 75-jährigen Partnerschaft große Teile des Etats der Ford Motor Co. verloren. Für das dritte Quartal hatte WPP einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent gemeldet, was einen heftigen Kursrutsch auslöste.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.