Und jetzt das.

Klar: Handlos und Meusel hatten die Agentur auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten und wollten nicht immer so gern mit dem Headquarter in Düsseldorf in einem Atemzug genannt werden. Gehört sich auch so für ein Schnellboot. Dickjan Poppema hat das wohlwollend beobachtet; lief ja auch. Dann aber ging Kreativchef Oliver Handlos nach New York und Meusel verließ Grey Anfang des Jahres, weil er dort keine Perspektive mehr für sich sah. Was also tun?

Nicht zusperren jedenfalls.

Kunden und Mitarbeiter sind jetzt in Düsseldorf - dort werden sie gut betreut, sofern die Projeke nicht ohnehin ausgelaufen sind. Auch am Rhein können sie Löwen gewinnen. Aber es ist nicht dasselbe. Ohne Berlin fehlt Grey ein Stück kreativer Strahlkraft und das kann sich aufs Neugeschäft auswirken, den guten Ruf der Agentur. Bei aller strategischen Expertise: Kreation macht den Unterschied! Ohne Berlin hätte Grey sein Comeback vor ein paar Jahren nicht so gut inszenieren können. Handlos und Meusel waren Meister der Selbstvermarktung.

Es ist ein bisschen traurig, dass die Agentur daran nicht anknüpfen will und sich nicht auf die Suche nach geeigneten Nachfolgern macht. Nicht zuletzt hätte das Headquarter Etats nach Berlin schieben können, um das Büro vor Ort zu stützen. Regionale Nähe zum Kunden hin oder her.

Dass Poppema Berlin bis Ende Juni schließt, ist ein strategischer Fehler. Die Marke Grey hätte Besseres verdient.

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Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.