Sportsponsoring :
GroupM verkauft Sponsoring-Beratung IEG

Käufer ist die stark expandierende Sport- und Entertainment-Agentur Engine Shop, eine Tochter der Private-Equity-Firma Bruin Sports Capital.

Text: Franz Scheele

GroupM, die Media-Investment Managing Gruppe von WPP, hat ihre Sponsoring-Beratung IEG an die Sport- und Entertainment-Agentur Engine Shop verkauft. Finanzielle Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt gegeben.

Wie es heißt, stehe der Verkauf nicht in Zusammenhang mit dem Abgang von WPP-Gründer Martin Sorrell im April dieses Jahres. Nach Sorrells Rücktritt als CEO des weltgrößten Marketing- und Werbekonzerns hatte es Spekulationen gegeben, dass WPP einen verschärften Sparkurs fahren und einige der mehr als 300 Konzerntöchter abstoßen könnte.

Der IEG-Deal falle aber nicht hierunter, schreibt das US-Branchenmagazin Advertising Age, da er bereits seit Ende vergangenen Jahres vorbereitet wurde. WPP hatte die 1982 gegründete IEG 2006 übernommen und in die GroupM integriert. Die Beratung ermittelt für werbungtreibende Unternehmen den Wert von Sponsoring-Maßnahmen in den Bereichen Sport und Entertainment. Darüber hinaus betreibt sie eine hochkarätige Sponsoring-Konferenz in Chicago, dem Sitz des Unternehmens.

Engine Shop will IEG als autonomes Tochterunternehmen fortführen und Markenartiklern künftig einen One-stop-Shop bieten – von der Beratung über die Ausführung bis hin zur Auswertung bei allen Sponsoring-Aktivitäten.

Außerdem, so Advertising Age, wolle Engine Shop verstärkt in das Content- und Konferenz-Geschäft von IEG investieren. Zu den Kunden von Engine Shop gehören unter anderem Mercedes-Benz USA, Anheuser-Busch InBev, Johnson & Johnson sowie die Major League Soccer.

Mit dem Verkauf verschwindet IEG nicht vollständig aus dem Einflussbereich von WPP. Denn der Werbekonzern hält einen Anteil an der Private-Equity-Firma Bruin Sports Capital mit Sitz in White Plains/New York. Bruin ist die Muttergesellschaft von Engine Shop.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.