Sexuelle Belästigung :
Isobar-Chef wegen unsittlichen Verhaltens in Pendlerzug angeklagt

Wegen unsittlichen Verhaltens in einem Bostoner Nahverkehrszug wurde Dentsu-VP Jeremy Pincus von der Polizei vernommen. Er selbst hat für sein aufdringliches Verhalten gegenüber zwei Pendlerinnen eine ganz simple Erklärung.

Text: W&V Redaktion

Der Vice President Research and Strategy der Dentsu-Tochter Isobar, Jeremy Pincus, wurde wegen unsittlichen Verhaltens in einem Bostoner Nahverkehrszug von der Polizei vernommen. Eine Agentursprecherin bestätigte gegenüber Adweek, dass Pincus nicht mehr für Isobar arbeitete, wollte sich aber nicht dazu äußern, ob der 53-Jährige entlassen wurde.

Pincus soll bereits am 25. April 2018 zwei Frauen in einem Pendlerzug nach Boston belästigt haben. Eine der Frauen meldete den Vorfall dem Online-Magazin Turtleboy Sports. Demnach soll Pincus mit einer Erektion direkt vor den Gesichtern der sitzenden Frauen gestanden und ihnen diese auch noch so weit wie möglich ins Gesicht gedrückt haben. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er dabei auch noch Fotos von uns machte", schrieb die Frau an das Online-Klatschmagazin. Allerdings machten auch die Frau Fotos von dem Isobar-Chef und seiner Erektion und übermittelte diese ebenfalls an "Turtleboy Sports". Zudem wurde am 18. Mai Anzeige bei der Polizei erstattet.

Noch am selben Tag suchte die MBTA Transit Police mit Bildern, die die Überwachungskameras aufgezeichnet hatten, öffentlich nach dem Verdächtigen. Doch erst am 26. Juli meldete sich ein anonymer Anrufer und gab der Polizei den entscheidenden Tipp, wer der Gesuchte war.

Am 1. August dann vernahmen Polizeibeamte Pincus in seinen Agenturräumen. Der Isobar-Chef selbst entschuldige sein unangemessenes Verhalten in dem Pendlerzug damit, dass er "zufällige Erektionen während des Tages an zufälligen Plätzen" bekäme. "Meine Frau hat mir mehrfach geraten, andere Unterwäsche zu tragen", zitiert Adweek aus den Polizeiakten. Denn seine Erektionen wären durch die Hose zu sehen.

Am 18. Oktober soll Pincus vor Gericht erscheinen. Bis dahin muss er sich von Pendlerzügen und den beiden Frauen fernhalten.


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