Awards :
Scholz & Friends pausiert 2018 bei Kreativawards

Nach der letzten Awardpause im Jahr 2013 reicht die Gruppe dieses Jahr erneut bei keinen Wettbewerben ein und räumt sich ein Jahr Bedenkzeit ein.

Text: Daniela Strasser

"Zeit für eine Neubewertung nehmen": Matthias Spaetgens, Kreativchef von Scholz & Friends.
"Zeit für eine Neubewertung nehmen": Matthias Spaetgens, Kreativchef von Scholz & Friends.

Die Agentur Scholz & Friends will kein großes Aufsehen um die Sache machen. In einem kurzen Statement teilt Kreativchef Matthias Spaetgens gegenüber W&V mit, dass die Agentur dieses Jahr auf die Teilnahme an allen Kreativwettbewerben verzichten werde. Im Wortlaut: „In diesem Jahr waren wir die beste deutsche Agentur in Cannes, beim LIA und beim Clio. Im ADC-Gesamtranking haben wir den dritten Platz belegt. Trotz dieser guten Bilanz haben wir uns entschieden, uns Zeit für eine Neubewertung zu nehmen und 2018 aus dem Ranking-Rennen auszusteigen. Wir werden differenziert und unabhängig entscheiden, ob und in welchem Umfang wir künftig an Award-Wettbewerben teilnehmen“.

Überraschend kommt dies nicht. Nach der im vergangenen Jahr nochmals deutlich gewachsenen Kritik an den Kreativawards und deren Punktevergabesystem war damit zu rechnen, dass nicht nur die großen Werbe-Networks Konsequenzen ziehen, sondern auch die eine oder andere deutsche Agentur. WPP, der weltweit größte Werbekonzern, hatte seine Agenturen Ende vergangenen Jahres angehalten, nicht einzureichen. Publicis verzichtet 2018 auf die Teilnahme an den Cannes Lions, dem ­größten internationalen Werbeaward.

Der Druck auf die Veranstalter ist enorm. Die Cannes Lions haben deshalb noch im vergangenen Jahr ein umfangreiches Reformpaket beschlossen, das die Attraktivität des Festivals wie auch die der Cannes-Löwen wieder wachsen lassen soll. Mit bereits ersten sichtbaren Erfolgen: Publicis etwa hat mit großem PR-Brimborium in Windeseile bestätigt, dass die Agenturen von 2019 an wieder in Cannes mitmischen.

Aber zurück nach Deutschland: Auch Scholz & Friends gehört seit dem Jahr 2011 zu WPP. Die Entscheidung, dieses Jahr nicht einzureichen, hat das Partnerboard allerdings unabhängig von der Konzernmutter getroffen, wie aus der Mitteilung von Spaetgens hervorgeht. Die Awardpause soll alle Wettbewerbe betreffen, lediglich die Teilnahme am Effie lässt die Agentur noch offen. 2013 hatte Scholz & Friends schon einmal pausiert, beim Effie jedoch teilgenommen

Die Einordnung zur Awardabstinenz von Scholz & Friends lesen Sie in der neuen Ausgabe der W&V (Heft 4/2018)


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.