Aus Deutschland heraus haben sich in der Vergangenheit einige inhabergeführte Agenturen an der Internationalisierung versucht. Im großen Maßstab ist das keiner gelungen, die sich nicht am Ende einem Network angeschlossen hätte wie Scholz & Friends (WPP), Heimat (TBWA), jüngst Thjnk (WPP). Der finanzielle und organisatorische Aufwand ist hoch. So nebenbei lässt sich kein internationales Angebot aufbauen. Dabei wäre die Nachfrage durchaus da. Kunden schätzen Chefbetreuung, das Unternehmerische, eine unabhängige Beratung und integrierte Kommunikation mit der Möglichkeit, Etats global zu führen.

Neun Männer führen das International-Team

Dafür hat das Management um Haller jetzt das Team ­Serviceplan International erweitert und zum Teil neu ­zusammengestellt. Neben Markus Noder kam neu dazu Jason Romeyko, Worldwide ECD, zuletzt Teil des Creative Board. Er soll sich um das kreative Produkt im Ausland kümmern. Das Digitale obliegt ganz neu Stefan Kroetz ­als Chief Digital Media Officer – er kommt von Ad-­Audience und soll ein standortübergreifendes Programmatic- und Performance-Angebot schaffen. Tim Schnabel sitzt bereits im Team als Chief Digital Officer. Das ­Marketing verantworten CMO Marcus Schnarr – er ­wurde befördert – und Nicolas Roemer, Chief Business Development Officer für die USA. Um Finanzen und Operatives machen sich neuerdings CFO Chris Kunzendorf, Heinz-Jörg Eberbach (Asien) und – schon länger dabei – Tobias Gärtner als COO Gedanken.

Serviceplan hat das internationale Team neu aufgestellt

Serviceplan hat das internationale Team neu aufgestellt

Bei allem Ehrgeiz achtet Serviceplan sehr darauf, nicht zu schnell zu wachsen. "Organisch anorganisch", nennt Haller das. Neues muss sich in die Kultur fügen. Vor Ort soll lokales Management den Ton angeben, mit 80 Prozent lokalem Geschäft. Das sichert die Expansion wirtschaftlich ab. Allzu schnell geht das so zwar nicht, aber Serviceplan denkt ja nicht wie viele Networks von Quartal zu Quartal. Hier geht es um eine Vision. Für die Zukunft.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.