Agenturporträts :
So arbeitet es sich bei ... Pilot

Von SUP über Golfen bis hin zum Beachvolleyball - die Mediaagentur Pilot mag es sportlich. Daneben trainieren die Mitarbeiter individuell für ihren Karriereplan.

Text: Anja Janotta

Thorsten Mandel, Geschäfstführer von Pilot.
Thorsten Mandel, Geschäfstführer von Pilot.

Bei Pilot ist Mitarbeiterbindung Chefsache: Thorsten Mandel, hat als Geschäftsführer von Pilot auch die HR unter sich. Und sorgt dafür, dass vakante Führungspositionen von eigenen Leuten besetzt werden können. Das heißt auch: Jeder Mitarbeiter bekommt einen individuell maßgeschneiderten Entwicklungsplan für seine Karriere. Und ein passendes Sport-Angebot obendrauf. Nummer 34 der Agentur-Porträts.

Gibt es in Ihrer Agenturgruppe Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen? Wenn ja, wie lange sind die Stellen unbesetzt? Und was machen Sie, um genau dort Leute zu finden?

Natürlich dauert die Kandidatensuche bei einigen Jobs länger als bei anderen und insbesondere dann, wenn gerade eine große Nachfrage im Markt existiert. Aber bisher haben wir unsere offenen Positionen immer erfolgreich besetzen können.

So nutzen wir für unser Recruiting das gesamte Instrumentarium an Möglichkeiten: Vom Mitarbeitertipp über die Direktansprache mittels einschlägiger Businessplattformen bis hin zum Einsatz von Headhuntern. Dass der Kandidat zu Pilot passt, hat bei der Auswahl neuer Kollegen für uns immer die oberste Priorität – nicht nur mit Blick auf die fachlichen Kompetenzen, sondern auch auf menschlicher Ebene.

Geht es um die Nachbesetzung von Führungspositionen, setzen wir weitestgehend auf interne Kandidaten. Der Grund liegt auf der Hand: Zum einen kennen diese Pilot am besten. Zum anderen geben wir aktuellen Mitarbeitern damit die Chance, sich auch hinsichtlich Leitungspositionen weiterentwickeln zu können.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden? Ja? Welches ist Ihres?

Im Prinzip ist es ja wie bei jeder Marke: Man braucht ein klares eindeutiges Bild, das glaubwürdig, authentisch und dauerhaft transportieren werden kann. Der Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Dienstleistern genauso wie das Handling der täglichen sowohl positiven als auch negativen Herausforderungen – all das hat einen Anteil daran, wie ein Arbeitgeber beschaffen ist und sich nach innen und außen präsentiert.

Bei Pilot spielt die Persönlichkeit der Mitarbeiter eine große Rolle, ein familiäres und faires Miteinander ist uns extrem wichtig. Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Piloten abteilungs- und disziplinübergreifend zusammenarbeiten und sich stets weiterentwickeln können. Hierfür stellen wir regelmäßig neue Tools zur Verfügung und sind darüber hinaus immer offen für frische und auch ungewöhnliche Ideen.

Bei der Umsetzung von Kundenprojekten und -kampagnen kommen verschiedenste Experten und Charaktere miteinander in Kontakt, können sich inspirieren und gegenseitig vorantreiben. Beispielsweise arbeiten bei der Entwicklung und Produktion von TV-Spots unsere Mediastrategien und Bewegtbildexperten eng zusammen – und das macht ihren Job gleichermaßen spannend und abwechslungsreich.

Engagement gehört dazu: Social Day bei Pilot.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung?

Home-Office, Sabbatical, flexible Arbeitszeiten oder auch die Möglichkeit, an anderen Standorten zu arbeiten, werden bei uns individuell und in Absprache mit den jeweiligen Teams geregelt. Unseren Führungskräften übertragen wir hier viel Verantwortung, schließlich kennen sie ihre Kollegen und die Bedürfnisse der Kunden, die sie betreuen, am allerbesten.

Mitarbeiterbindung geht für Pilot aber noch weit über diese Maßnahmen hinaus: Sie sollen gern zur Arbeit kommen, Freude an ihren Projekten haben und sich immer auch weiterentwickeln können – und das bestenfalls jeden Tag.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Wenn es darum geht, unseren Piloten fernab vom Job etwas zum Stressabbau zu bieten, steht das Thema Mitarbeitersport ganz oben auf unserer Agenda: Wir haben viele Piloten, die sich nach der Arbeit zum Laufen, Yoga, Rudern, Fußball, Golf, Stand Up Paddeling, Tennis, Beachvolleyball und Impro-Sport treffen – und das tun sie im Rahmen unserer Betriebssportgemeinschaft, die unter anderem finanziell von Pilot unterstützt wird.

Zusätzlich gibt es auch Team-Events und mehrere Partys im Jahr; zur Weihnachtsfeier kommen immer alle Standorte in Hamburg zusammen.

Das Beachvolleyball-Team.

Für die fachliche und persönliche Weiterentwicklung haben wir ein breit aufgestelltes Personalentwicklungsprogramm auf die Beine gestellt, das auf individuelle Fördermaßnahmen für jeden einzelnen Piloten ausgerichtet ist. Mitarbeitern, die etwas länger bei Pilot sind, geben wir außerdem die Chance, über den Tellerrand hinauszuschauen und an unserem sogenannten Corporate College teilzunehmen.

Hier können sie sich mit spannenden Projekten fernab von ihrem normalen Arbeitsleben auseinandersetzen – und das zahlt wiederum auf ihre eigene Entwicklung ein.

Aber auch der Wunsch, Gutes zu tun, wird bei uns seit mehreren Jahren ganz stark gefördert: Pilot engagiert sich für die Stiftung Kinderjahre und bringt unter anderem unter der Flagge des "Pilot Medienclub" Schülern ausgewählter Grundschulen den richtigen Umgang mit Medien bei.

Stammtisch-Feeling.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

In der Vergangenheit gab es jährliche punktuelle Befragungen, derzeit sind wir aber dabei, regelmäßige Erhebungen mit kürzeren Abständen zu implementieren – so kommen wir der aktuellen Stimmungslage einfach deutlich näher und können entsprechend reagieren.

Wenn es darum geht, was unsere Piloten hier besonders positiv hervorgehoben haben, dann ist es ein hohes und wertschätzendes Miteinander.

Wie hoch ist bei Ihnen die Frauenquote?

Bei uns arbeiten 45 Priozent Frauen.

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45 Jahre? Und unter 25?

16 Prozent der Piloten sind älter als 45 Jahre. Jünger als 25 Jahre sind 7 Prozent der Mitarbeiter.

Wie lange bleibt ein Mitarbeiter bei Pilot im Schnitt? 

Im Durchschnitt bleiben Mitarbeiter bei Pilot rund drei Jahre, es gibt aber auch viele Kollegen, die schon viel, viel länger bei uns sind – bis hin zu 15 Jahren und mehr. Wir haben einige Piloten, die hier als Praktikant oder Junior angefangen haben.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Das ist ein durchaus emotionales Thema, bei dem wir eine klare Entscheidung für die Clean-Desk-Policy getroffen haben.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Pilot zahlt marktadäquate bis überdurchschnittliche Gehälter, deren Offenlegung bei uns aktuell kein Thema ist – aber regelmäßig und kontrovers diskutiert wird.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Zu den Gehältern unserer Mitarbeiter machen wir in der Öffentlichkeit generell keine Angaben.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Eines davon dreht sich um ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.