ZAW-Arbeitsmarktanalyse 2017 :
So steht es um Jobs in der Werbung

Es läuft laut ZAW rund im Arbeitsmarkt Werbebranche - noch. Denn fehlende Digitalfachkräfte und Unsicherheiten wie die E-Privacy-Verordnung verdunkeln den Ausblick. 

Text: Petra Schwegler

Agenturen - wie hier Serviceplan Berlin - suchen nach wie vor viele Mitarbeiter.
Agenturen - wie hier Serviceplan Berlin - suchen nach wie vor viele Mitarbeiter.

Die Zahl der Stellenangebote in der Branche ist im vergangenen Jahr weiter sehr hoch geblieben. So lautet das Ergebnis der jüngsten Arbeitsmarkt-Analyse des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Damit weist der Verband wiederholt positive Arbeitsmarktzahlen aus.

Auch wenn die leicht abgeänderte Erhebungssystematik aus dem Vorjahr einen direkten Vergleich zu den früheren Ausgaben ausschließt, zeigen die Werte das fünfte Jahr in Folge ein (mehr oder weniger deutliches) Plus in allen erfassten Bereichen. Die meisten Jobangebote entfielen auf die Agenturen mit rund 71 Prozent.

Sorgen bei der weiteren Job-Entwicklung bereiten dem Dachverband der Werbewirtschaft jedoch EU-Projekte wie die geplante E-Privacy-Verordnung. "Der Arbeitsmarkt der Werbebranche ist bereits seit einigen Jahren gut bis sehr gut", kommentiert Manfred Parteina, Hauptgeschäftsführer des ZAW, die Ergebnisse der Trendanalyse. "Diese positive Entwicklung kann aber durch Pläne der EU – Beispiel E-Privacy-Verordnung – jäh unterbrochen werden und vor allem die digitale Kommunikation schwer belasten."

Und: "Zu schaffen macht unserer Branche der fehlende Nachwuchs und der Run aller Wirtschaftszweige auf die begrenzte Zahl der Digitalfachkräfte", so Parteina. Der Mitarbeitermangel führe teilweise dazu, dass Projekte kaum noch gestemmt werden könnten. "Hier ist unsere Branche gefragt, attraktiv für den Nachwuchs zu bleiben", fordert der ZAW-Manager auf.

Hier die Zahlen im Überblick:

Werber gefragt, Digitaler künftig noch viel mehr.

Werber gefragt, Digitaler künftig noch viel mehr.

Bei den Berufen haben die Fachleute für Marketing und Werbung den letztjährigen Spitzenreiter Account Manager auf Position zwei verwiesen. Grund hierfür sei die starke Nachfrage durch die werbenden Unternehmen, heißt es vom ZAW. Gefragt seien weiter Grafiker und Mediendesigner auf Position drei, die sowohl von Agenturen als auch werbenden Unternehmen gesucht werden, ebenso wie die nachfolgenden Mediaexperten auf Rang vier, während die Art-Director auf fünf, sowie IT-Experten vor allem von Agenturseite nachgefragt worden seien.

"Nach den beiden klassischen Agenturberufen Texter und Kontakter kletterten erstmals nach Jahren des Rückgangs die Anzeigenfachleute in der ZAW-Statistik nach oben auf Platz 9 (2016: Rang 13)", so die Analyse.

Übrigens: Analog zu den positiven Stellendaten sinken die Arbeitslosenzahlen: Die Bundesagentur für Arbeit weist 22.296 Arbeitslose im Bereich Werbung und Marketing für Dezember 2017 aus zu 23.239 Personen im Vorjahresmonat. „Dies bedeutet ein Minus von rund 4 Prozent“, freut sich der ZAW.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.