Ausgelassene Stimmung auf der Konferenz. Viele Möglichkeiten, sich zurückzuziehen oder sich treiben zu lassen

Ausgelassene Stimmung auf der Konferenz. Viele Möglichkeiten, sich zurückzuziehen oder sich treiben zu lassen

Ähnlich sieht es auch James Whittaker von Microsoft. Daten seien das neue Erdöl. AI könne sie zwar nutzen, aber vorher müssten die Daten wie beim Erdöl verarbeitet werden, damit aus Daten so etwas wie digitales Benzin wird. Daher meint er, dass die großen Mengen an Daten für AI noch nicht sinnvoll auswertbar seien, obwohl Google und Amazon viel Geld in Sprachanwendungen und künstliche Intelligenz investieren.

Und die kann sogar Auto fahren

Huaweis CMO Andrew Garrihy hat mit dem Thema 'Unleashing a new Renaissance' das Potenzial von
Smartphones noch einmal hervorgehoben. Bei durchschnittlich 35.000 Entscheidungen, die ein Mensch am Tag angeblich trifft, kam bei ihm die Frage auf, wie die Effektivität und Kreativität gesteigert werden können. Wenn AI viele unserer täglichen Entscheidungen abnimmt. Hierbei wurde ein Projekt vorgestellt, wo die AI sich mithilfe einer App auf dem Huawei-Smartphone in der Kommunikation mit Menschen in nur fünf Wochen selbst das unfallfreie Autofahren beigebracht hat.

Beliebte Interview-Partner. Auch der moderne Nerd betätigt alte Klischees.

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Das andere Megathema auf der TNW war Blockchain. Es gab viele Versuche, die Besucher in das Thema
oberflächlich und nicht zu technisch einzuführen. Dazu erlebten wir einen interessanten Vortrag von Benji Rogers, der mit Dot Blockchain Music ein für alle kompatibles und transparentes Vertragsformat bzw. Rechtemanagement einführen wird. DOTBC kommt in erster Linie dem Künstler zugute und soll bei Verhandlungen zwischen Künstlern und der Musikindustrie eingesetzt werden.

Mit der Blockchain gegen Korruption

Blockchain war selbst ein Thema bei der "Chivas Venture Global Final", hier konnten fünf soziale Projekte um eine Million Dollar Budget pitchen. In der Jury saß u.a. der US-Rapper will.i.am und moderiert wurde der Pitch von Comedian Ricard Ayoade. Gewonnen hatte am Ende das Londoner Kaffeeprojekt Change Please, das sich um Obdachlose kümmert und dabei vollständig nachhaltig agiert. Die Bezahlprozesse werden hier via Blockchain kontrolliert, um Korruption zu vermeiden.

Der große Saal füllt sich schnell bei guten Events.

Der große Saal füllt sich schnell bei guten Events.

Erfrischende Veranstaltungen wie #throwbackthursday von David Polgar und Joe Leonardo von 'Funny as Tech' haben mit viel Humor und Witz ein Auge auf Technologien geworfen, die voll versagt haben oder
versagen könnten. Die Rückkehr der "Glassholes" und die Analogien zu VR wurden hier u.a. mit dem Publikum zusammen diskutiert.

Unser Fazit

Insgesamt ist die TNW eine beeindruckende Veranstaltung. Talks, wie die Zukunftstechnologien den Menschen verbessern können oder wie der Mensch diese verbessern kann, wirkten auf uns sehr inspirierend. Wenn man bedenkt, dass heute mehr als 5 Mrd. Menschen mit einem Supercomputer in der Tasche herumlaufen, bekommen AI und neue Technologien wie Blockchain eine ganz andere Dimension, die jede menschliche Vorstellungskraft sprengt. Wir können nur empfehlen, solche Veranstaltungen wie die TNW zu nutzen, weil man in kurzer Zeit vielen klugen Köpfen zuhören kann. Auch der Austausch mit anderen Besuchern war interessant. Vielleicht können wir die eine oder andere Idee in naher Zukunft umsetzen, vielleicht auch nicht, weil sie dann schon wieder überholt ist."

Oliver Eichhof, 39, Digital Consultat, ist seit drei Jahren für Dokyo tätig und verantwortet dort die Online- und Social-Media-Integrationen der Kampagnen. Von der TNW versprach er sich Inspiration, wie
Kommunikation in der derzeitigen Übersättigung wieder zielgerichteter und unabhängig von einem Big Player wie Facebook stattfinden kann. Aber auch, ob es eine Aussicht auf sinnvolle AI-Anwendungen gibt.

Tristan Rodgers, 33, Account Manager Digital, ist seit eineinhalb Jahren bei Dokyo und berät Kunden und
Kollegen bei digitalen Projekten. Zusätzlich ist er Herausgeber eines Special-Interest-Magazins für Rothaarige. Er freute sich auf die verschiedenen Inspirationen, wie sich Menschen und Marken in der Flut an Möglichkeiten in der digitalen Welt kreativ ausrichten können.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.