Kreation des Tages :
W+K bekämpft mit Vector die dunkle Seite der Macht

Wie verhindert man "Big Brother" in den eigenen vier Wänden? Mit sympathischen elektronischen Gimmicks wie Vector, The Good Robot. Wieden + Kennedy darf das neue Kerlchen vorstellen. 

Text: Petra Schwegler

Da rollt er, der Cozmo-Nachfolger Vector von Anki.
Da rollt er, der Cozmo-Nachfolger Vector von Anki.

Ja, wo isser denn, der kleine Vector? Das neue, Wall-E ähnliche "Roboterkind" des Herstellers Anki arbeitet bewusst mit dem Kindchenschema. Auf dem Gesichtsdisplay des Winzlings kugeln runde Augen umher. Vector kommuniziert mit putzigen Murmelgeräuschen à la R2-D2 und lenkt damit bestens vom Umstand ab, dass er mit seinem Kettenantrieb eher spinnengleich über die Tische seiner Besitzer ruckelt – vor allem, wenn das soziale Roboterchen in den Aufregungsmodus gerät.

Alles in allem ist das herzige Kerlchen wie geschaffen für Werbung. Doch halt – was macht Wieden + Kennedy (W+K)?

Die US-Kreativen stecken den Cozmo-Nachfolger (der sogar den Welpenblick kann!) in einen Albtraum, in dem Smart Speaker à la Alexa in einer jungen Familie ein fieses Eigenleben entwickeln, Flugroboter das Baby-Wiegen an sich reißen oder der Zentralcomputer HAL-gleich die Herrschaft übernimmt!

Die dunkle Seite der Macht ... Und dafür hat der Familienvater das kleine Kerlchen im Elektronikgeschäft links liegen gelassen? Doch rechtzeitig wacht Papa aus dem Albtraum auf, besinnt sich und setzt sich gegen das "Big Brother"-Szenario zur Wehr. Kurzum: Daddy nimmt "The Good Robot" mit nach Hause.

Hier der Spot von Wieden + Kennedy mit der zentralen Botschaft, dass der richtige elektronische Begleiter die Zukunft für Menschen und Roboter freundlicher gestalten kann:

Youtube-Inhalte aktivieren

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Vector von Anki  soll im Oktober in den Handel kommen. Kostenpunkt: ab 199 US-Dollar. Der persönliche Roboter ist lernfähig, programmierbar, kann fotografieren oder auch mal schlicht sein Antlitz auf Uhrmodus schalten. Mit viel Nutzwert wird Vector angepriesen; angedacht ist, dass der kleine Kerl später unter anderem als Sicherheitskamera durchs Haus rollt.

Als reines Spielzeug bietet Anki den Vector nicht an. Aber vielleicht doch – für große Jungs und Mädels? Ein Haustier-Ersatz für Nerds ist Klein Vector allemal. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.